Montag, 3. April 2017

Terroristen wollten Rialto-Brücke in Venedig sprengen

In der Nacht zum Donnerstag hat die italienische Polizei eine Terrorzelle in Venedig ausgehoben. Die Beamten nahmen dabei die mutmaßlichen Terroristen, die mit offizieller Aufenthaltsgenehmigung als Kellner in Venedig arbeiteten, fest.



Bei den vier Kosovaren handelte es sich um sogenannte Gefährder. Sie sollen sich konkreten Hinweisen zufolge auf ein Attentat an der Rialto-Brücke vorbereitet haben. 
Die Ermittler wurden auf die mutmaßlichen Terroristen über ein präventiv mitgeschnittenes Telefongespräch aufmerksam – ein altbewährtes Mittel, auf das Italien seit Jahrzehnten im Kampf gegen den Terrorismus setzt.

Mittel wurde im Kampf gegen die Mafia legalisiert. Der römische Senator Felice Casson erklärte, dass das vorsorgliche Mitschneiden von Gesprächen ein „extrem wichtiges und effizientes Mittel“ sei. Gesetzlich möglich wurde es infolge der Ermittlungen gegen die italienische Mafia in den 1970er- und 80er-Jahren.

Laut dem Bericht sind den italienischen Ermittlern mithilfe der Mitschnitte zahlreiche Verhaftungen von islamistischen Extremisten in Italien gelungen. Mehrere Dutzend Imame seien seit 2015 ausgewiesen worden, weil man ihnen durch die Mitschnitte eine Radikalisierung nachweisen konnte.

Deshalb fordert Casson, dass die Europäer endlich nachziehen. Es sei an der Zeit, dass „Italien hier als Vorbild anzuerkennen und an eine ähnliche, gesamteuropäische Institution zu denken".