Freitag, 18. November 2016

Italienischer Staatssekretär wegen Mafia-Verbindungen verurteilt

Ein ehemaliger Abgeordneter und Staatssekretär in der letzten Regierung Silvio Berlusconis ist wegen Verstrickungen in Mafia-Geschäfte zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht im italienischen Santa Maria Capua Vetere bei Neapel sprach Nicola Cosentino am Donnerstag schuldig, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.



Die Richter sahen seine Verbindungen zu der neapolitanischen Mafiaorganisation Camorra als erwiesen an. Der 57-jährige Cosentino, der derzeit unter Hausarrest steht, saß für Berlusconis Forza Italia und PdL (Volk der Freiheit) als Abgeordneter von 1996 bis 2013 im Parlament. Die Vorwürfe der Mafia-Verstrickungen hatte er stets von sich gewiesen. Von 2008 bis 2010 war er Wirtschaftsstaatssekretär.


Cosentino war Ende 2011 ins Visier der Fahnder geraten, durfte zunächst aber wegen seiner parlamentarischen Immunität nicht verhaftet werden. Auf Berlusconis Druck hin war Cosentino bei den Parlamentswahlen 2013 nicht mehr angetreten.