Freitag, 5. August 2016

Warnung aus Italien - Mafia in Deutschland etabliert

Der italienische Staatsanwalt Nicola Gratteri warnt vor einer Ausbreitung der Mafia in Deutschland. "Wir haben Beweise dafür, dass die Strukturen in Deutschland genau so sind wie in Italien", sagte Gratteri, der sich seit rund 25 Jahren gegen die Mafia engagiert, am Samstag in Darmstadt.



"Die große Gefahr besteht darin, dass die kriminelle Organisation alle Bereiche des öffentlichen Lebens durchdringt", warnte Gratteri. Er beklagte, dass in Deutschland beispielsweise es keine Straftat sei, Mitglied einer kriminellen Organisation wie der Mafia zu sein.

"Wer die Mafia bekämpfen will, braucht eine europaweite Anpassung der Gesetze. Es bringt nichts, die kleinen Fische zu fangen, die Kokain transportieren. Man muss die Strukturen knacken", betonte der Staatsanwalt, der europäisch einheitliche Gesetze forderte. Heute habe man es mit einem Imperium zu tun, das einer Holding gleiche. Ziel der Mafia sei es, wirtschaftliche Macht und Kontrolle auszuüben. Und seit der Öffnung des Ostblocks habe sich die Mafia in ihrem Aktionsraum vergrößert.

Der Präsident des Polizeipräsidiums Südhessen, Gosberg Dölger, erklärte, gerade das Rhein-Main-Gebiet sei als wirtschaftsstarker Raum für die Akteure der organisierten Kriminalität interessant. Auch wenn man in den Zeitungen nicht täglich darüber lese, fänden Mafia-Aktivitäten auch hier statt. "Wir führen Strukturermittlungen durch und sind in diesem Bereich gut informiert", versicherte Dölger.

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