Donnerstag, 4. August 2016

Mafia-Mitglieder des Gambino-Clans in New York festgenommen

Den New Yorker Strafverfolgungsbehörden ist ein Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Sie verhafteten 13 mutmaßliche, teils hochrangige Mitglieder der Gambino-Mafia-Familie. Einer der Angeklagten befand sich zunächst noch auf der Flucht.



In der am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft den 14 Angeklagten eine Reihe von Verbrechen vor, darunter auch - erstmalig in einem Mafia-Fall - Menschenhandel in Verbindung mit der Prostitution einer Minderjährigen.

Die bei einem Bundesgericht in Manhattan eingereichte Anklage beschuldigt die Verhafteten, als Mitglieder des Gambino-Clans in Stripclubs Prostituierte angeworben und deren Dienste im Internet angeboten zu haben. Dabei sollen sie auch ein 15-jähriges Mädchen rekrutiert haben.

Daniel Marino - Mitglied des inneren Kreises
des Gambino-Clans


Außerdem hätten die Beschuldigten die jungen Frauen den Spielern eines regelmäßig von der Gambino-Familie ausgerichteten Pokerturniers für sexuelle Gefälligkeiten zur Verfügung gestellt. Die zuständige Staatsanwältin nannte dies einen "neuen Tiefpunkt" und eine Premiere für die Mafia.

Ein Punkt der Anklageschrift bezichtigt Daniel Marino, der als Teil des innersten Führungskreises der Gambino-Familie gilt, aus dem Gefängnis den Mord an einem seiner Neffen 1998 in Auftrag gegeben zu haben. Dieser hatte mit der US-Bundespolizei FBI zusammengearbeitet. Der 69-jährige Marino wurde auch wegen eines zweiten Mordes 1989 an einem Mitglied einer rivalisierenden Familie angeklagt. Darüber hinaus wurde ihm Erpressung von Baufirmen und der Betrieb von illegalen Glücksspielen vorgeworfen.


Der Fall ist der jüngste in einer Reihe von Verfahren gegen die Gambino-Familie in den vergangenen Jahren. Seit der berüchtigte Pate John Gotti 1992 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, haben die Strafverfolgungsbehörden zahlreiche Prozesse gegen den Gambino-Clan geführt. Gotti starb 2002.