Donnerstag, 17. September 2015

Mafiosi nach zwei Monaten wieder auf freiem Fuß

Anfang Juli hatte die Polizei acht mutmaßliche Mitglieder der Mafia-Organisation 'Ndrangheta festgenommen. Die Männer sollten ausgeliefert werden - stattdessen sind sechs wieder frei.




Die Männer im Alter von 40 bis 69 Jahre waren im Rahmen der Operation Rheinbrücke in mehreren Orten im Bodenseekreis festgenommen worden. Sie sollten nach Italien ausgeliefert werden. Nach Angaben des Recherchezentrums "Correctiv" wurde die geplante Auslieferung jedoch Anfang September in sechs Fällen für unzulässig erklärt. Als Begründung habe das Oberlandesgericht Karlsruhe auf Anfrage angegeben, dass die Straftaten, die den Männern zur Last gelegt worden waren, nach deutschem Recht verjährt seien.

Die Männer sollen der berüchtigten Mafia-Gruppe 'Ndrangheta aus Kalabrien angehören - ein Umstand, der in Italien ausreicht, um sich strafbar zu machen. In Deutschland ist die Gruppierung vor allem im Westen und in Baden-Württemberg aktiv.

Nach der Festnahme hatte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft erklärt, die Behörden müssten nun einen Antrag auf ein Auslieferungsverfahren beim Oberlandesgericht Karlsruhe stellen. Dann komme es darauf an, welche Einwendungen die Beschuldigten machten. Das Verfahren könnte sich Monate hinziehen.

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