Freitag, 30. Januar 2015

Polizei zerschlug Spielhallen-Mafia

Es war ein empfindlicher Schlag gegen die Spielautomaten-Mafia. Eine sechsköpfige Bande manipulierte Geldautomaten, zockte Spieler und auch die Inhaber von Spielhallen ab. Der Schaden geht in die Millionen.




Mit einer perfekt getimten Razzia zerschlug die Polizei die kriminellen Strukturen.
Zeitgleich hatten die Fahnder am Mittwoch 125 Wohnungen und Spielhallen in ganz NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen gestürmt. Sechs Bandenmitglieder wurden verhaftet.

„Seit März ermittelte eine Sonderkommission, nachdem wir einen Hinweis erhalten hatten“, so Chef-Ermittler Uwe-Dieter Matschat (55). Die Überwachung eines Telefonanschlusses brachte die Polizei endgültig auf die Spur.

Die Köpfe der Bande: die Brüder Ali (53) und Sabahattin T.  (51) sowie Benjamin P. (32). Die Brüder betrieben selbst Spielhallen, P. fungierte in der Bande als „Programmierer“. „Sie manipulierten die Software von Spielgeräten, die sich der 'Coolfire'-Technik bedienen“, so Matschat.

Diese spezielle Software verkauften die Brüder bundesweit an andere Spielhallen-Betreiber. „Die gesetzlich vorgegebene Gewinnquote wurde so manipuliert, das die Automaten weniger Gewinn für die Spieler abwarfen“, erklärt der Chef-Ermittler.

Zwar mischten viele der Spielhallenbetreiber mit, ahnten aber nicht, dass sie selbst von der Bande abgezockt wurden. Matschat: „Die Bande schickte rund zwei Dutzend sogenannte 'Läufer' an die manipulierten Geräte. Mit bestimmten Tastenkombinationen schöpften sie dann selbst Gewinne für die Bande ab. Man kann also von betrogenen Betrügern reden.“

Gegen die sechs Bandenmitglieder ergingen Haftbefehle. Sie erwarten Haftstrafen wegen bandenmäßigem Betrug von bis zu zehn Jahren. Ali T. wurde in einem Hotel in Gelsenkirchen-Buer verhaftet. Bei ihm stellten die Beamten 40.000 Euro in bar, eine Luxusuhr, einen Bentley und einen Mercedes sicher.

Insgesamt wurden sogar 180.000 Euro beschlagnahmt. Außerdem stellten die Fahnder 800 ‘Coolfire‘-Einheiten und 100 Spielgeräte sicher. „Wir gehen von einem Schaden im hohen siebenstelligen Bereich aus. Und es ist nicht auszuschließen, dass immer noch manipulierte Geräte in Betrieb sind. Die Ermittlungen gegen Spielhallen und deren Betreiber laufen noch“, so Matschat.



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