Montag, 6. Oktober 2014

Mafia breitet sich im Allgäu aus

Internetkriminalität:
Die Kriminalstatistik weist eine Zunahme der Fälle aus – im Jahr 2013 etwa fast 600 Fälle von Betrug im Internet. Mit im Internet ausgespähten Kontodaten werden etwa Bankkonten leer geräumt. Die Aufklärung dieser Delikte ist schwer – weil die Täter oft vom Ausland aus agieren, aber auch, weil der Polizei Computerspezialisten fehlen.




Menschenhandel:
Dieses perfide Geschäft nimmt auf der Schattenseite der Globalisierung immer größere Ausmaße an. In Neu-Ulm sind der Polizei in den vergangenen Monaten zwei Schläge gegen Menschenhändler gelungen: So konnte eine Bande dingfest gemacht werden, die junge Frauen aus Rumänien nach Deutschland gebracht hat. 

Die Zuhälter spielten den jungen Frauen aus ärmlichen Verhältnissen die große Liebe vor und drängten sie zum Anschaffen in Bordellen in Ulm und Neu-Ulm. In einem anderen Fall wurde osteuropäischen Männern Arbeit auf Baustellen versprochen. Stattdessen mussten sie in einem illegalen Neu-Ulmer Bordell homosexuellen Männern zu Willen sein. Andere Schleuserbanden verdienen am Leid von Flüchtlingen.

Mafia und Drogenhandel:
Die Autobahn 7 gilt als Hauptschlagader im europäischen Drogenschmuggel, der laut Experten zum Großteil von italienischen Mafia-Banden kontrolliert wird. In einem Supermarkt in Illertissen wurden einmal Bananenkisten voller Kokain gefunden – möglicherweise „Irrläufer“ in einem ausgeklügelten Transportsystem. Das Thema Mafia und Drogen hat neue Brisanz bekommen, als beim Leiter der Allgäuer Drogenfahndung 1,6 Kilogramm Kokain gefunden wurden. Die Frage, ob der seither in Untersuchungshaft sitzende Polizist Kontakte zur Unterwelt unterhielt, ist bislang nicht geklärt.