Mittwoch, 29. Oktober 2014

Großrazzia gegen Bau-Mafia in Spanien

Offenbar hat ein Hinweis der Schweizer Behörden zu der «Operación Púnica» gegen die Bau-Mafia in Spanien geführt. Das berichtet die spanische Zeitung «El País» heute Mittwoch berichtet.

Es scheint, dass die Ermittlungen in Spanien auf Grund von Informationen eingeleitet wurden, die aus einem Schweizer Rechtshilfegesuch an Spanien stammten. Auf Anfrage der NZZ nimmt die Bundesanwaltschaft wie folgt Stellung: «In diesem Zusammenhang führt die Bundesanwaltschaft (BA) gestützt auf eine Mitteilung der Meldestelle für Geldwäscherei (Mros) eine Strafuntersuchung gegen unbekannte Täterschaft wegen des Verdachts auf Geldwäscherei.






Im Rahmen dieser Strafuntersuchungen hat die BA zwei Rechthilfeersuchen an die spanischen Behörden geschickt. Mit Rücksicht auf die andauernden Untersuchungen werden im jetzigen Zeitpunkt keine weiterführenden Auskünfte in diesem Sachzusammenhang erteilt.» Zu beschlagnahmten Geldern in der Schweiz will die BA-Sprecherin gar nichts sagen.


Filz in Politik und Geschäft

Im Zentrum der Untersuchung in Spanien – oder jedenfalls der Berichterstattung von «El País» – steht der seit Jahren von Skandalen umwitterte konservative Politiker Francisco Granados. Er galt lange Zeit als Schwergewicht im Partido Popular, war von 2003 bis Mitte 2011 Mitglied der Regionalregierung von Madrid und dort unter anderem zuständig für Polizei und Justiz.




Von der Untersuchung mit erfasst ist der Bauunternehmer David Marjaliza, laut «El País» ein Kindheitsfreund von Granados. Beide unterhielten Bankkonten in der Schweiz, und auf diesen Konten gab es offenbar verdächtige Geldbewegungen. Dies veranlasste die Schweizer Behörden zu einer Meldung an die spanischen Behörden.


Korruption bei öffentlichen Bauaufträgen

Im Rahmen der Großrazzia vom Montag wurden 51 Personen festgenommen, und 35 befinden sich noch in Haft. Ihnen werden korrupte Machenschaften bei der Vergabe öffentlicher Bauaufträge im Gesamtumfang von 250 Millionen Euro vorgeworfen. Unter den Verdächtigten befinden sich sechs Bürgermeister der Region Madrid.




Während «El País» sich auf Granados und andere konservative Politiker einschießt, die in den Skandal verwickelt sind, beschäftigt sich die konservative Zeitung «ABC» eingehend mit dem einzigen sozialistischen Bürgermeister, der sich unter den Verhafteten befindet.
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