Montag, 4. August 2014

Mafiosi protzen im Internet

Bisher galt für Mafiosi die Schweigepflicht, aber jetzt protzen sie im Internet.
Seit dem Aufstieg der Mafia hatten alle Gangster eines gemeinsam: Ihre Schweigepflicht gegenüber Außenstehenden und ihre absolute Verschwiegenheit. Seit Generationen wurden ihre Rituale und Praktiken geheim gehalten.





Aber seit einiger Zeit werden die verschlüsselten - oftmals noch mit der Hand geschriebenen - Nachrichten durch Einträge auf "Social Media"-Plattformen ersetzt. Die neue Generation der italienschen Mafia-Bonzen hatte zuerst mit falschen Identitäten und Alias-Namen bei Facebook begonnen, Drogendeals abzuschließen und Schutzgeld einzutreiben.

Nun hat ein italienische Magazin herausgefunden, dass sie mit ihrer Macht und dem Reichtum (öffentlich) protzen.


Mafiosi protzen im Internet

Die Bilder ähneln denen der so genannten "Rich Kids of Instagram" (reiche Kinder bei Instagram): Der sizilianische Boss Domenico Palazotto postet Fotos von sich, wie er auf Luxus-Jachten posiert, in Limousinen chauffiert wird und Champagner trinkt.
Der 28-jährige, der auch den "Boss der Bosse" Massimo Messina Denaro zu seinen Freunden zählt, rühmte sich in einem Online-Video, wie er auf seine Weise der "echte Pate" ist.




Er alberte auch mit einem Möchtegern-Mafiosi herum, der in seine Gang aufgenommen werden wollte. Der Bewerber fragte: "Muss ich einen Lebenslauf schicken?"

Palazzotto antwortete scherzhaft: "Ja, Bruder. Wir müssen Deine Vorstrafen in Betracht ziehen. Wir beschäftigern uns nicht mit Leuten, die keine Einträge im Strafregister haben", und fügte hinzu "Trete meinem Team bei... Wir sind die Stärksten, hahaha!"


Auch andere Mafiosi stellen sich zur Schau

Ein anderer Mafiaboss im Clan, Salvatore D'Alessandro veröffentlichte Bilder von seinem Luxus-Leben, die zeigten, wie er auswärts essen ging oder mit Rennbooten unterwegs war. Dazu schrieb er: "Zurzeit bin ich einer der kleinste Haie, die im Tiefen jagen." Und: "Aber die Zeit wird kommen, wenn ich an die Oberfläche gelange und kein Erbarmen für andere haben werde."


Das Online-Protzen wird ihr Untergang sein!

Auch die Behörden verfolgen die virtuellen Streifzüge der Mafiosi. Ermittler sind aber sicher: Anstatt ihre Macht dadurch zu festigen, könnten die - manchmal sehr protzigen Postings - doch mehr zum Untergang der neuen Gangster-Generation beitragen.


Palazotto war einer der 95 Mafiosi, die im Juni in der Operation "Apocalypse" festgenommen wurden. In der Aktion wurden, laut Polizei, viele der aufstrebenden Stars der neuen "Cosa Nostra"-Mitglieder aus dem Verkehr gezogen.
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