Sonntag, 10. August 2014

Die Camorra-Ladies

Nach dem Tod, der Verhaftung oder der Flucht ihrer männlichen Verwandten übernehmen immer mehr Frauen die Führung der kriminellen Vereinigungen. Sie sind im internationalen Suchtgifthandel tätig und kontrollieren die Prostitution. Wieder hat man eine der gefährlichen Damen (Gina Alvaro 32) geschnappt, die am Freitag zu 27 Jahren Haft wegen dreifachen Mordes verurteilt wurde.




In Kreisen der Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia, nimmt Gleichberechtigung immer mehr zu. Nachdem Camorra-Paten festgenommen werden, oder die Flucht ergreifen, übernehmen immer häufiger Frauen die Führung der kriminellen Aktivitäten der Clans, berichtete der Präsident des Berufungsgerichts Neapels, Antonio Bonajuto, am Samstag. Sie würden somit dem kriminellen Familienunternehmen Kontinuität sichern, sagte der Richter. Beeindruckend sei ihre Dreistigkeit bei der Abwicklung der Geschäfte.

Viele "Camorra-Ladies" würden von verstorbenen Vätern oder Brüdern die Clans "erben", so der Richter. Sie seien unter anderem im internationalen Suchtgifthandel, sowie bei der Kontrolle der Prostitution aktiv.


2012 sei in Neapel die Zahl der auf die Camorra zurückzuführenden Morde um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, berichtete Bonajuto. Die mit dem organisierten Verbrechen verbundenen Delikte seien um 55 Prozent gewachsen.
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