Montag, 28. Juli 2014

Papst im Feuerland

Terra dei fuochi - Feuerland haben die Bewohner den Landstrich bei Neapel getauft. Hier verbrennt die Camorra, die Mafia Kampaniens, auf illegalen Deponien Giftmüll. Kinder sollen bereits an den giftigen Ausdünstungen oder am Konsum von Lebensmitteln, die auf verseuchten Böden angebaut wurden, gestorben sein.




Am Wochenende war auch Papst Franziskus zum ersten Mal zu Besuch vor Ort. Eindringlich verurteilte der Papst die Aktionen der Mafia und appellierte an Legalitäts-Bewusstsein und Gemeinsinn. Es ist das zweite Mal, dass Franziskus innerhalb von wenigen Wochen die Mafia attackiert.

Bereits vor vier Wochen bezeichnete er in Kalabrien Mafiosi als "exkommuniziert". Es fällt insgesamt auf, dass Franziskus für seine Reisen innerhalb Italiens vor allem Ziele wählt, die nicht auf den üblichen, ausgetretenen Pfaden liegen. Die symbolträchtigsten Orte dieser Besuche an der Peripherie waren die durch das Flüchtlingsdrama bekannt gewordene Mittelmeerinsel Lampedusa, das erste Reiseziel dieses Papstes überhaupt. 




Später folgten Kalabrien und jetzt Caserta in Kampanien. Franziskus kommt damit seiner eigenen Forderung nach, die Kirche müsse an die Grenzen der menschlichen Existenz gehen. Heute kehrt Franziskus erneut nach Caserta zurück. In einer privaten Visite besucht er seinen Freund Giovanni Traettino, Pastor einer evangelischen Pfingstkirche.

Die Aktion bringt dem Papst in konservativen Kreisen viel Kritik ein. Auch diese Annäherung an die aus katholischer Sicht religiöse Peripherie gehört zum Programm des Papstes.
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