Montag, 7. Juli 2014

Kirche ehrt Mafiaboss in einer Prozession

Papst Franziskus hat vor kurzem in Kalabrien die Mafiosi als «gottlos» exkommuniziert, in dem Land der ‘Ndrangheta gelten aber weiterhin andere Gesetze: Bei einer Prozession ihrer Madonna der Gnade blieb der von einigen Priestern und Lokalpolitikern angeführte Zug in Oppido Mamertina vor dem Haus des verurteilten Mafia-Bosses Peppe Mazzagatti stehen, wie die Zeitung «Il Quotidiano della Calabria» am Sonntag berichtete.

siehe auch VIDEO (unten) Die Träger der Madonna, und davon kann man ausgehen, sind samt und sonders Mafiosi, die ihrem Boss die Ehre anlässlich der kirchlichen Veranstaltung erweisen.


Mafia-Bosses Peppe Mazzagatti





Die Prozession verharrte etwa 30 Sekunden für einen Gruß unterhalb des Balkos der Wohnung von Pepe Mazzagatti. Der Chef der Carabinieri habe die Szene aus Protest verlassen, heißt es. Seine Männer filmten derweil das Geschehen, das ein juristisches Nachspiel haben könnte. Der mutmaßliche Mafia-Boss (82), zu lebenslang verurteilt, darf seine Haftstrafe aus Gesundheitsgründen in einem Hausarrest absitzen.
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