Dienstag, 8. Juli 2014

Großrazzia gegen Camorra-„Filialen“ in Spanien

Die spanische Polizei hat mehrere Niederlassungen der italienischen Camorra auf der Iberischen Halbinsel zerschlagen. Dabei seien etwa 30 Personen festgenommen worden, die meisten davon im Großraum Madrid, hieß es heute. Mit der Aktion sollten die in Spanien agierenden Camorra-Gruppen unter Druck gesetzt werden. 




Zwei Anführer der neapolitanischen Camorra in Spanien, Massimiliano D´Aria und Domenico Panella, wurden am Dienstagmorgen verhaftet. D´Aria und sein treuer Anwalt aus Malaga, John G.B., hätten nicht gedacht, dass ihre feierwütige Nacht in den Morgenstunden mit einem Besuch der spanischen Einsatzkräfte endet.




Den Festgenommenen wurde zur Last gelegt, Drogen aus Kolumbien nach Spanien geschmuggelt und von dort nach Italien und in andere europäische Länder gebracht zu haben. Das mit dem Drogenhandel erwirtschafteten Geld soll von einem Netz von Scheinfirmen gewaschen worden sein. An den Ermittlungen war neben der spanischen Justiz auch die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft in Neapel beteiligt.



In einem Wohnhaus mehrerer Prostituierten in San Pedro de Alcantara (Marbella), wurden beide bei Sonnenaufgang festgenommen. Neben Massimiliano gehört auch Panella zu den meistgesuchten Verbrechern in Spanien. Beide sollen die Köpfe einer Bande sein, die von der Costa del Sol aus den Drogenschmuggel von Marokko über Spanien nach Italien organisieren. Des Weiteren gehören Geldwäsche und Menschenhandel zu der langen Anklageliste. Insgesamt wurden im Laufe dieses Einsatzes 30 Personen in Spanien verhaftet. 70 weitere wurden von der Carabineri in Italien festgenommen. 


Bei den Hausdurchsuchungen in der spanischen Hauptstadt Madrid seien große Mengen Bargeld und Waffen sichergestellt worden.