Dienstag, 1. Juli 2014

Der Kampf der Kirche gegen die Mafia beginnt

Weil die Mafia das Paten-System nutzt, um ihren Einfluss auszuweiten, will Morosini ihr einen Strich durch die Rechnung machen. Auch der Papst hält als ersten Schritt diese Idee für gut geeignet.




Im Kampf gegen das organisierte Verbrechen will der italienische Erzbischof Giuseppe Fiorini Morosini die Benennung von Taufpaten vorübergehend verbieten. Ein zehnjähriges Moratorium solle verhindern, dass sich Mafiabosse das "Padrino"-System zunutze machen, um ihren Einfluss auf die nächste Generation weiterzugeben, erklärte Morosini.

Einen entsprechenden Vorschlag habe er am Wochenende auch Papst Franziskus unterbreitet, erklärte der Erzbischof von Reggio Calabria. Franziskus habe die Bischöfe Kalabriens daraufhin gebeten, gemeinsam darüber zu beraten und ihm das Ergebnis mitzuteilen.

Erst vor kurzem hatte Franziskus in Kalabrien gesagt, er exkommuniziere alle Mitglieder der Mafia, weil sie die "Straße des Guten" verlassen hätten.

Morosini zufolge sind Taufpaten in Kalabrien oft keine religiösen Vorbilder, sondern vielmehr Mafia-Freunde. In Kalabrien ist das mächtige Verbrechersyndikat 'Ndrangheta beheimatet. Wie in den "Pate"-Filmen über die sizilianische Mafia beschrieben, nutzt auch die 'Ndrangheta Blutsbande, Heiraten und Taufen, um sich nach außen abzuschotten.


Morsini teilte in der Erklärung vom Montag mit, er habe ein Verbot der Ernennung von Taufpaten für zehn Jahre gefordert, "um eine Ausbeutung der Kirche und ihrer Sakramente durch die 'Ndrangheta zu verhindern". Franziskus habe den Vorschlag zunächst zurückgewiesen, seine Meinung aber offenbar nach einem Besuch in Kalabrien im Juni geändert, sagte Morosini.
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