Donnerstag, 8. Mai 2014

Minister Claudio Scajola wegen Mafiaverbindung verhaftet

Der ehemalige Industrieminister Claudio Scajola ist am Donnerstag von der Polizei im Rahmen einer ausgedehnten Anti-Mafia-Untersuchung in der Region Kalabrien festgenommen worden. Der frühere Minister und Berlusconi-Vertraute Claudio Scajola ist von einer Anti-Mafia-Einheit der italienischen Polizei festgenommen worden. Dem ehemaligen Innen- und Wirtschaftsminister unter Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi wird vorgeworfen, einem wegen Mafia-Verwicklungen verurteilten Parteifreund bei der Flucht geholfen zu haben. Die Staatsanwaltschaft stellte acht weitere Haftbefehle aus und durchsuchte auch die Büros von Scajola, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

 Industrieminister Claudio Scajola

Ein Haftbefehl wurde auch gegen den flüchtigen Ex-Parlamentarier Amedeo Matacena erlassen, berichteten italienische Medien. Scajola soll dem früheren Abgeordneten Amadeo Matacena geholfen haben. Dieser war nach seiner endgültigen Verurteilung zu fünf Jahren Haft wegen Mafia-Verwicklungen im August in Dubai festgenommen worden. Der 66-jährige Scajola soll ihm geholfen haben, von Dubai in den Libanon zu fliehen und damit einer Inhaftierung zu entgehen.


Parlamentarier Amedeo Matacena


Festnahmen erfolgten in mehreren Städten. Unternehmensbeteiligungen im Wert von 50 Millionen Euro wurden beschlagnahmt. Scajola, ein Vertrauensmann von Ex-Premier Silvio Berlusconi, war in der Vergangenheit bereits in den Sog mehrerer Korruptionsskandale geraten. Scajola, der den Berichten zufolge am Donnerstag in einem Luxushotel in Rom festgenommen wurde, schien nicht mit seiner Festnahme gerechnet zu haben.

Ihm werden enge Verbindungen zu Matacena vorgeworfen, der 2010 wegen Absprachen mit dem kalabrischen 'Ndrangheta-Clan zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war. Berlusconi erklärte am Donnerstag, er kenne nicht die Gründe der Festnahme Scajolas. „Es tut mir für ihn leid“, so der 78-Jährige.

Der skandalumwitterte Ex-Regierungschef war am 1. August 2013 wegen Steuerbetrugs bei seinem Medienkonzern Mediaset erstmals rechtskräftig verurteilt worden.
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