Samstag, 10. Mai 2014

Hafturteil gegen Dell'Utri bestätigt

Er galt als rechte Hand Berlusconis: Dann verurteilte ein Gericht Marcello Dell'Utri wegen Mafia-Verbindungen. Die Gefängnisstrafe wurde nun bestätigt - dem 72-Jährigen droht jetzt die Auslieferung nach Italien.


Marcello Dell'Utri

Das höchste Gericht Italiens hat ein Hafturteil gegen einen früheren Vertrauten von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi bestätigt. Die wegen Mafia-Verbindungen gegen Marcello Dell'Utri verhängte Gefängnisstrafe von sieben Jahren bleibe bestehen, befand das Kassationsgericht in Rom am FreitagabendDer frühere Weggefährte von Italiens Ex-Premier Berlusconi, Marcello dell'Utri, ist wegen Mafia-Verbindungen in letzter Instanz zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. "Wir sind enttäuscht von der Entscheidung des Kassationsgerichts", sagte sein Anwalt.




Dell'Utri galt als rechte Hand Berlusconis, war im Firmenimperium des früheren Ministerpräsidenten und Medienmoguls tätig und saß für dessen Partei im Senat. Staatsanwälte warfen Dell'Utri jedoch vor, als Mittelsmann Berlusconis enge Bande mit sizilianischen Mafiosi unterhalten zu haben. 2010 sah ein Gericht in Palermo seine Schuld als erwiesen an und verhängte eine lange Haftstrafe. Dell'Utri wies die Vorwürfe zurück.


Im vergangenen Monat wurde der Ex-Senator im Libanon verhaftet, nachdem er Behördenangaben zufolge aus Italien geflohen war. Der 72-Jährige soll erkrankt sein und wird daher derzeit in einer Klinik in Beirut festgehalten. Das jüngste Urteil des Kassationsgericht könnte nun den Weg für dessen Auslieferung nach Italien ebnen. Zweimal hatte die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Palermo vergeblich beantragt, ihm den Pass zu entziehen, damit er nicht außer Landes fliehen kann. Im April nahmen ihn libanesische Sicherheitskräfte im Hotel Phoenicia in Beirut fest. Der Politiker hatte sich abgesetzt, nachdem in Palermo ein europäischer Haftbefehl gegen ihn ausgestellt worden war.

Vor seiner Festnahme und Bekanntwerden seines Aufenthaltsortes hatte Dell'Utri erklärt, er lasse sich medizinisch behandeln und erhole sich eine Weile im Ausland. Italien hat seine Auslieferung beantragt.
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