Mittwoch, 26. Februar 2014

Die Mafia als Macht in den Gefängnissen

Wie ich den neuesten Statistiken der Anti-Mafia-Kommission in Rom entnehme, machen die Schutzgelder, "pizzo" genannt, 250 Mill. Euro pro Tag aus, 130 Milliarden sollen es angeblich jährlich sein! 180 000 Betriebe, so Comandante Giulio Monteverdi, sind es in derzeit nur in Italien, die Schutzgelder zahlen müssen, um unbehelligt ihrer Arbeit nachgehen zu können. In Deutschland treiben die netten Herrn der Firma jährlich etwa 3 Milliarden Euro ein. Sogar der Organisator eines Anti-Mafia-Konzerts in Neapel musste im November 2013 "für den Schutz" seiner Veranstaltung zahlen.




Marco Venturi, Präsident der Händlervereinigung "Confesercenti" rechnet vor: Tag für Tag nehmen die Mafia-Organisationen in Italien 250 Mill. Euro an Schutzgeldern ein, 10 Millionen pro Stunde, 160.000 Euro pro Minute, dazukommen noch 92 Milliarden aus "reinen Handelsgeschäften" (das wären acht Prozent des italienischen Bruttoinlandsproduktes!) und das interessante Geschäft mit Drogen, das zusätzlich mit 84 Milliarden Euro zu Buche schlägt!





Und mit einem Teil der Einnahmen erhalten die Insassen vom Gefängnis Poggioreale in Neapel von der Mafia ein "Taschengeld" ausbezahlt, 312 Euro sollen es im Schnitt pro Person sein. Interessant, woher man die Zahlen hat. Noch interessanter ist jedoch die Tatsache, welche finanzielle Macht diese kriminellen Organisationen haben. Es liegt natürlich auch auf der Hand, dass die Zahlungen der Mafia an Inhaftierte auch Bindung an das System bedeutet. Selbst die Familien der Inhaftierten, die somit keinen Ernährer mehr haben, werden regelmäßig versorgt. Es bleibt abzuwarten, wie gefährlich die Mafia für die Regierung noch werden kann, stellt man nicht schnellstens diese Zahlungen ab.