Dienstag, 11. Februar 2014

26 Mafiosi in Italien und USA verhaftet

Der US-Clan Gambino war wegen Drogenhandels im Visier der Fahnder. Am Tag zuvor war 'Ndrangheta-Boss Cutri wieder eingefangen worden.

Der Polizei ist ein Schlag gegen die 'Ndrangheta, die Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, gelungen. 26 Personen mit Verbindungen zur 'Ndrangheta und zu anderen Mafia-Clans in den USA sind festgenommen worden. Dutzende Durchsuchungen waren im Gange. Den Verdächtigen wird internationaler Drogenhandel vorgeworfen, teilte die Polizei am Dienstag mit.


Ein Carabinieri zeigt die Versorgung des flüchtigen Mafiabosses Domenico Cutri in seinem Versteck bei Mailand.


Acht Personen mit Verbindungen zum einflussreichen Mafia-Clan Gambino wurden vom FBI in New York festgenommen. Verhaftet wurden auch Mitglieder der Clans Ursino und Simonetta, die in Kalabrien enge Kontakte zur Gambino-Familie pflegen. Die Ermittlungen, die seit zwei Jahren laufen, betreffen insgesamt 40 Personen.



Razzien beim Ursino-Clan


gefasst wurde auch Boss Antonio Pelle vom Simonetta-Clan

"New Bridge" (Neue Brücke) heißt die Operation, die von der Anti-Mafia-Behörde in Kalabrien koordiniert wurde. Damit sei eine Organisation zerschlagen worden, die auch in Kanada, Mittel- und Südamerika Drogen verkaufte, berichteten die Ermittler. Den Verdächtigen wird auch Geldwäsche vorgeworfen.


Flüchtiger Mafia-Boss in Kalabrien gefasst

Bereits am Sonntag war bereits die gewalttätige Fluch eines der Bosse der 'Ndrangheta zu Ende gegangen. Der 32-jährige Domenico Cutri wurde in einem Versteck unweit der Wohnung seiner Familie bei Mailand entdeckt. Eine Woche zuvor war Cutri von einem mindestens vierköpfigen bewaffneten Kommando aus Polizeigewalt befreit worden.


Cutri leistete keinen Widerstand. In seinem Versteck wurden eine Pistole und Marihuana entdeckt. Laut der Polizei wollte der Mafioso ins Ausland zu flüchten. Vier Personen und ein Bruder des Bosses waren in den vergangenen Tagen mit dem Vorwurf festgenommen worden, sich am Kommando beteiligt zu haben, das Cutri befreit hatte. Bei der Aktion des bewaffneten Kommandos war ein weiterer Bruder des Bosses von der Polizei getötet worden. Zwei Beamte wurden leicht verletzt.

Cutri, der in der Strafanstalt von Busto Arsizio eine lebenslängliche Strafe wegen des Mordes an einem Polen im Jahr 2006 absitzt, hatte am Montag an einer Gerichtsverhandlung teilgenommen und musste ins Gefängnis zurückgeführt werden. Die Angreifer und der Häftling flüchteten an Bord eines Autos. Kurz darauf wurde die Leiche des Bruders Cutris, Antonio, vor dem Krankenhaus der lombardischen Kleinstadt Magenta gefunden. Der 30-Jährige soll bei der Schießerei tödliche Verletzungen davongetragen haben.
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