Samstag, 16. November 2013

Anti-Mafia-Staatsanwalt warnt vor Attentat auf den Papst

Der angesehene italienische Anti-Mafia-Staatsanwalt Nicola Gratteri sorgt in Italien für Aufsehen mit der Behauptung, dass die Mafia den Papst im Visier habe. Der neue Kurs von Franziskus mache so manchen Mafioso nervös, sagte Gratteri der italienischen Zeitung „Il Fatto Quotidiano“. Grund dafür seien die vom Papst angestoßenen Reformen in der Kurie und der Vatikanbank.




 
„Papst Franziskus macht die Finanzmafia nervös. Er ist konsequent, glaubwürdig, und sein Ziel ist eine Grundreinigung der Kirche“, so Gratteri. „Ich weiß nicht, ob das Organisierte Verbrechen momentan in der Lage ist, zu handeln. Aber sie denken mit Sicherheit über ihre Möglichkeiten nach. Es kann gefährlich werden“, betonte der Staatsanwalt. Der Jurist zählt zu den bekanntesten Jägern der kalabresische ‚Ndrangheta und steht seit Jahren unter Personenschutz.
 
Der Vatikan zeigte sich über die Aussagen Gratteris allerdings unbesorgt. „Es gibt keinen konkreten Grund zur Sorge und es hat keinen Sinn, Alarm zu schüren“, sagte der vatikanische Pressesprecher Pater Federico Lombardi.
 
„Beten wir zu Gott, dass die Herzen dieser Mafiosi sich zu Gott bekehren“, hatte Papst Franziskus Ende Mai auf dem Petersplatz gesagt. Anlass war die Seligsprechung des von der Mafia erschossenen Priesters Giuseppe Puglisi am 25. Mai in Palermo. Der sizilianische Geistliche war am 15. September 1993 vor seinem Haus in Palermo von einem Auftragskiller getötet worden.
 
Noch am Freitag hatte Franziskus deutlich gegen die Korruption Stellung bezogen. Bestechungsgelder anzunehmen sei „schwer sündhaft“, hatte er in seiner täglichen Frühmesse im Vatikan gesagt. Gott habe den Menschen aufgetragen, ihr Geld durch ehrliche Arbeit zu verdienen „und nicht auf diesen Wegen, die einfacher sind, dir aber am Ende alles nehmen“. Die Anhänger der „Göttin Schmiergeld“ verlören ihre Würde.
 
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