Donnerstag, 20. Juni 2013

Razzia gegen die Mafia - Polizei macht Milliarden-Beute

Bei Razzien gegen Angehörige der italienischen Mafia gehen den Ermittlern dicke Fische ins Netz: Sie beschlagnahmen Güter im Wert von mehr als einer Milliarde Euro. Darunter befinden sich hunderte Wohnungen, Grundstücke und Autos.

  

Mafia-Jäger haben bei zwei groß angelegten Razzien in Süditalien eine Milliarden-Beute gemacht. Bei einem Unternehmer mit dem Spitznamen "Videopoker-König" konfiszierten Beamte der Finanzpolizei nicht nur wertvolle Bilder unter anderen von Salvador Dalí und Giorgio de Chirico, sondern auch die stattliche Zahl von 260 Wohnungen. Gesamtwert der beschlagnahmten Güter: 330 Millionen Euro. Übertroffen wurde die Summe bei einer Razzia, die dem weit verzweigten Camorra-Clan der Casalesi galt. Was in diesem Fall in sechs Regionen beschlagnahmt wurde, summierte sich auf einen Wert von etwa einer Milliarde Euro.

Der süditalienische Unternehmer Gioacchino Campolo sitzt seit anderthalb Jahren hinter Gittern. Er soll mit der kalabrischen 'Ndrangheta zusammengearbeitet haben, wie italienische Medien berichteten. Er habe sein Vermögen mit Erpressungen und im Glücksspielsektor gemacht. Ihm gehören Wohnungen in Rom und Paris.



Gioacchino Campolo


Sonderkommandos der Polizei gingen erneut auch gegen den neapolitanischen Casalesi-Clan vor. 17 mutmaßliche Mafiosi kamen in Haft. Die Carabinieri konfiszierten 138 Wohnungen, 278 Grundstücke und 235 Autos. Sie machten auch Geschäfte und Konten des Clans dicht. Beschlagnahmungen sind nach italienischem Gesetz möglich, sobald auch nur der begründete Verdacht einer Zugehörigkeit zur Mafia besteht.