Montag, 17. Juni 2013

Berlusconi wollte Gadafi ermorden lassen...

Italiens Ex- Premier Silvio Berlusconi, der in der Vergangenheit öfters wegen seiner Beziehungen zum ermordeten libyschen Revolutionsführer Muammar al- Gadafi unter Druck geraten war, soll sich bei den italienischen Geheimdiensten während des Bürgerkriegs in Libyen 2011 über Möglichkeiten informiert haben, den Ex- Machthaber zu liquidieren. Man habe diverse "Pläne" durchgespielt und sogar die Möglichkeit in betracht gezogen einige Killer der Mafia auf Gadafi anzusetzen. Dies berichtete am Donnerstag die italienische Tageszeitung "Il Fatto Quotidiano", die sich auf diplomatische Kreise berief.
 




Mit der Tötung Gadafis, habe der Medienzar sein wackeliges internationales Ansehen bei den Europäern und den Amerikanern konsolidieren wollen, da er dem libyschen Ex- Machthaber im Ausland als zu nahe stehend galt. Dies habe Berlusconis internationalem Prestige geschadet, berichtete das Blatt. Ein Informant hielt es sogar für möglich, dass Berlusconi bereits ein hohes Kopfgeld ausgesetzt habe und später deshalb von hohen Mafiabossen erpresst wurde, weil seinen Plan nicht weiter verfolgen wollte.
Die Zeitung zitierte den Ex- Verteidigungsminister Ignazio La Russa: "Berlusconi war besorgt. Er hatte Angst, wegen seiner guten Beziehungen zu Gadafi international in Schwierigkeiten zu geraten."

Vorwürfe für Berlusconi- Sprecher "absolut haltlos und absurd"

Berlusconis Sprecher, Paolo Bonaiuti, bezeichnete den Zeitungsbericht als "absolut haltlos, absurd und unannehmbar. Wie kann man behaupten, dass Berlusconi auch nur so etwas gedacht haben könnte".

Die ehemalige Kolonialmacht Italien war bis zum Beginn des Anti- Gadafi- Aufstandes im Februar 2011 der engste Verbündete und wichtigste Handelspartner des libyschen Regimes in Europa. Im Jahr 2008 unterzeichneten beide Länder ein Freundschaftsabkommen, das die Stärkung der Beziehungen vorsah. Das Abkommen verbot die Nutzung italienischen Territoriums für Angriffe auf Libyen.

Berlusconi bezeichnete den "Colonello", wie Gadafi in Italien genannt wurde, als persönlichen Freund. Mehrmals wurde Gadafi von Berlusconi als Ehrengast in Rom empfangen. Der Ex- Diktator hatte Italien wegen seiner Teilnahme an der in Libyen durchgeführten Militäraktion unter NATO- Regie des Verrats beschuldigt und scharf attackiert.