Dienstag, 28. Mai 2013

Papst Franziskus legt sich mit der Mafia an

Deutlicher kann man seine Abscheu gegenüber der Mafia kaum zeigen! Mit drastischen Worten hat Papst Franziskus das Übel beklagt, das von der Organisierten Kriminalität ausgeht. Einer mächtigen, vielarmigen Mafia, die von Süditalien aus inzwischen weltweit agiert, von Rekord-Jugendarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit im Süden des Landes weiter profitiert.





Doch der argentinische Papst, der in den Armenvierteln von Buenos Aires als Kardinal selbst immer wieder mit Gewalt, Waffen und Drogenhandel konfrontiert worden ist, beschwört die Jugend Italiens, der Anziehungskraft der Mafia zu widerstehen: „Ich denke an viele Schmerzen von Männern, Frauen aber auch Kindern, die von vielen Mafias ausgebeutet werden, die sie versklaven wollen, durch Prostitution und andere soziale Übel“, sagte der Pontifex im Anschluss an sein traditionelles Mittagsgebet am Sonntag vor 100.000 Gläubigen.
 
„Sie dürfen das nicht. Brüder, sie dürfen keine Sklaven aus uns machen.“ Die versammelten Pilger rief er zum Gebet für die Verbrecher auf: „Beten wir für die Umkehr dieser Mafiosi zu Gott, auf dass der Herr ihre Herzen verwandelt!“

Anlass des ungewöhnlichen Appells war die Seligsprechung des Mafiaopfers Don Giuseppe „Pino“ Puglisi am Wochenende in Palermo, die noch vom emeritierten Papst Benedikt XVI. in die Wege geleitet worden war.

Die römisch-katholische Kirche betrachtet dies als eine Art Vorstufe zu einer möglichen Heiligsprechung. Heilige sind Glaubensvorbilder, die weltweit verehrt und um Fürsprache bei Gott gebeten werden dürfen.

Der mutige Geistliche, der sich vor allem für die Resozialisierung Jugendlicher eingesetzt hatte, war 1993 in der sizilianischen Hauptstadt von zwei Auftragskillern ermordet worden. Einer der Mafiosi sagte nach seiner Festnahme aus, „Don Pino“ habe im Angesicht des Todes gelächelt und gesagt: „Damit hatte ich gerechnet“.

Papst Franziskus würdigte in seiner Ansprache den sizilianischen Priester, der es gewagt hat, der Mafia die Stirn zu bieten: „Obwohl er getötet wurde, ist er es, der gewonnen hat, zusammen mit dem auferstandenen Christus.“