Sonntag, 19. Mai 2013

Mitglieder der Camorra in Hamburg verhaftet

In Hamburg sind fünf Haftbefehle gegen Mitglieder einer Mafia-Organisation vollstreckt worden. Der Vorwurf lautet Betrug in großem Stil
 
Ermittler haben ein Netzwerk der italienischen Camorra in Hamburg zerschlagen. Nach mehrmonatiger Vorbereitung seien in der Hansestadt und in der süditalienischen Metropole Neapel fünf Haftbefehle vollstreckt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Hamburg mit.

Ein weiterer Verdächtiger wurde vorläufig festgenommen. 14 Objekte in beiden Städten sowie im niedersächsischen Buchholz wurden durchsucht.

Die Ermittlungen der Behörden richten sich gegen insgesamt 13 italienische Staatsangehörige, denen gewerbs- und bandenmäßiger Betrug in großem Stil sowie zum Teil auch die Mitgliedschaft in einer ausländischen kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird.
 
 
Bei einer Razzia gegen Angehörige des Camorra-Clans Rinaldi sind fünf Personen festgenommen worden. Die Verdächtigen sollen in Hamburg wertlose Lederjacken für viel Geld an Rentner verkauft haben
 

Bei der Vereinigung handle es sich um die Camorra, sagte ein Polizeisprecher. Camorra ist der Name für die mafia-artigen Organisationen aus Neapel und der umliegenden Region Kampanien.

Den Angaben zufolge sollen sich die Beschuldigten im Alter von 22 bis 61 Jahren auf den betrügerischen Verkauf von Lederjackenimitaten spezialisiert haben. Für ihre Geschäfte suchten sie sich besonders ältere Männer als Opfer aus. Seit Beginn der Ermittlungen gegen Ende vergangenen Jahres sollen sie nach Schätzungen der Ermittler Gewinne im sechsstelligen Euro-Bereich gemacht haben.

Die Mitglieder der Banden hätten ihre Opfer auf Straßen und Parkplätzen angesprochen und diese "geschickt" in Gespräche verwickelt, bei dem sie Bekanntschaften vorgetäuscht hätten, teilten die Ermittler mit.

Wegen angeblicher finanzieller Notlage baten sie den Angaben zufolge um Geld und boten den Gutgläubigen im Tausch angeblich hochwertige Jacken an, die in Wahrheit aber nur billige Imitate waren. Von den einzelnen Geschädigten hätten sie auf diese Weise Summen zwischen 20 und 2500 Euro erhalten.