Donnerstag, 25. April 2013

Ohne Schutzgeld geht in Portici nichts...!

Italienische Sondereinheiten haben bei Neapel einen Mafia-Clan zerschlagen, der mit einem abgestuften "Schutzgeld"-System die gesamte 46.000-Einwohner-Stadt Portici überzogen hatte: Wer etwa Friedhofsblumen verkaufte, der musste dem Vollaro-Clan 250 Euro "pizzo" jeden Monat hinblättern, die Läden an den Hauptstraßen bezahlten zwischen 500 und 2000 Euro. Auf diese ausgeklügelte Erpressungsmaschine der Camorra sind die Carabinieri gestoßen. Sie zerschlugen in der Nacht gemeinsam mit Militäreinheiten den gefürchteten Clan und nahmen 32 mutmaßliche Camorra-Mitglieder fest, berichteten italienische Medien am Mittwoch.
Großeinsatz in Portici

Selbst die fliegenden Straßenhändler kamen nicht darum herum, in der Woche 30 bis 40 Euro "Schutzgeld" zu zahlen, wollten sie ihren Geschäften in Ruhe nachgehen. Auch wer sein Boot im Granatello-Hafen der Stadt vertäut hatte, war aufgefordert, ein "Extra" bei der Mafia abzuliefern. Die Mafia hatte drei feste Tage im Jahr, an denen sie nochmals auf "Spendenjagd" ging, um etwa einsitzenden Mafiosi damit "Geschenke" zu machen - zu Weihnachten, Ostern und Ferragosto (Mariä Himmelfahrt). Wer nicht zahlte, den trafen Anschläge. So erging es in Portici einem bekannten Restaurant, das daraufhin schließen musste.