Dienstag, 16. April 2013

Mörder von Richter Falcone nach 21 Jahren endlich gefasst

21 Jahre nach dem Mord an dem Mafia-Jäger Giovanni Falcone haben die Justizbehörden auf Sizilien acht Haftbefehle erlassen. Sie betreffen mehrere Mafia-Bosse, darunter der Pate Salvatore Madonia, der wegen anderen Delikten bereits verhaftet worden ist. Falcone war eine Symbolfigur im Kampf gegen die Cosa Nostra. Der Chef der Anti-Mafia-Behörde, Arturo De Felice, sprach nach den Verhaftungen von einem "fundamentalen Element" bei der Suche nach der Wahrheit.



der Pate Salvatore Madonia


Er gilt als Auftraggeber des Mordes. Die Haftbefehle wurden auch gegen weitere Mafiosi erlassen, die den Sprengstoff für den Anschlag besorgt haben sollen, teilten die sizilianischen Justizbehörden am Dienstag mit. Es sei gelungen, fehlende Puzzle-Teile zur Vorbereitung und Ausführung des Anschlags zusammenzutragen und einige Personen aus dem kriminellen Umfeld nun klarer zu sehen, teilten Ermittler mit. Dazu gehöre der Clan des Giuseppe Graviano, der ein Bindeglied darstellen könnte zwischen dem Attentat auf Falcone und dem ebenfalls tödlichen Anschlag auf dessen Anti-Mafia-Kollegen Paolo Borsellino zwei Monate später, hieß es von der Staatsanwaltschaft Caltanissetta.


Clanchef Giuseppe Graviano


Die Festnahmen erfolgten im Rahmen einer neuen Untersuchung, die um den Anschlag auf Falcone in die Wege geleitet wurde. Die neue Untersuchung kreist um die Aussagen eines abtrünnigen Mafioso, Gaspare Spatuzza, der sich zur Zusammenarbeit mit den Justizbehörden entschlossen hat.


 Der Pate Gaspare Spatuzza


Falcone 1992 bei Sprengstoffattentat getötet

Falcone, seine Frau Francesca Morvillo und drei seiner Leibwächter waren am 23. Mai 1992 während einer Autofahrt in Capaci bei Palermo durch eine ferngesteuerte Bombe getötet worden. Dabei explodierten auf der Straße, die vom Flughafen ins Zentrum von Palermo führt, 500 Kilogramm Sprengstoff.




Eine entscheidende Rolle spielte er beim Aufbau des sogenannten Anti-Mafia-Pools, einer Gruppe von Staatsanwälten, die Mitte der 80er-Jahre große Erfolge im Kampf gegen das organisierte Verbrechen verbuchen konnten. Die neuen Erkenntnisse der Anti-Mafia-Polizei stützen sich auf Geständnisse zweier früherer Mafiosi. Sie hatten von einer Verwicklung eines Mafia-Clans in den spektakulären Anschlag erzählt. Für die Morde hatte sich später der Mafia-Boss Giovanni Brusca vor Gericht verantworten müssen. Über mögliche Hintermänner wie den "Boss der Bosse" Totò Riina hielten sich aber Spekulationen, auch über die möglichen politischen Beweggründe einer ganzen Reihe von Anschlägen der sizilianischen Mafia in den Jahren 1992 und 1993.

Sein engster Kollege, Paolo Borsellino, wurde zwei Monate nach Falcone ebenfalls durch ein Sprengstoffattentat der Mafia getötet.