Mittwoch, 6. März 2013

20 Mafiosi in Süditalien festgenommen

Ermittler haben in Italien 20 mutmaßliche Mitglieder der kalabrischen Mafia festgenommen und Immobilien im Wert von fast einer halben Milliarde Euro beschlagnahmt.

Den Männern wird Geldwäsche und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen: Italienische Polizisten haben 20 Mafiosi der kalabrischen 'Ndrangheta festgenommen. Es handelt sich überwiegend um Mitglieder der Familienclans Morabito und Aquino sowie um zwei in Spanien und England lebende Sizilianer, die in Zusammenarbeit mit Ermittlern aus den jeweiligen Ländern gefasst worden seien. Durchsuchungen gab es in Italien, London und im spanischen Alicante.


Domenico Aquino - er lachte bei der Verhaftung (mit gutem Grund)
Er wurde wenige Stunden nach seiner Verhaftung befreit, konnte aber
zwei Tage später erneut gefasst.

Die Polizei schloss zwölf Firmen, die meisten davon Immobilienunternehmen, sowie 15 Feriendörfer. Der Gesamtwert der beschlagnahmten Immobilien lag bei rund 450 Millionen Euro. Bei den illegalen Tourismusgeschäften soll die 'Ndrangheta mit spanischen Unternehmern und der ehemaligen irischen Terrororganisation IRA zusammengearbeitet haben.

Die IRA hatte über Jahrzehnte gewaltsam für den Anschluss Nordirlands an die Republik Irland gekämpft. Die Aktivitäten des Briten in Süditalien hätten es ihm erlaubt, "große Summen an Geld zu investieren", teilte die Polizei mit. Es gab keine Angaben darüber, wofür das Geld konkret verwendet wurde.
Die Ermittlungen liefen seit 2008 und konzentrierten sich auf Operationen der 'Ndrangheta im Tourismus- und Immobiliengeschäft. Gemeinsam mit spanischen Geschäftsleuten hätten die Mafia-Mitglieder nach den Worten der Fahnder "ein regelrechtes Joint Venture aufgebaut", dessen Ziel der Bau von Ferien- und Wohnimmobilien gewesen sei.