Mittwoch, 19. Dezember 2012

Vorne Pizza - hinten Pate



...der Einfluss der Mafia nimmt in NRW massiv zu. In Köln zahlt jedes zweite italienische Restaurant Schutzgeld, schätzt ein ehemaliger Oberstaatsanwalt. Während die Mafia in Italien immer mehr unter Druck gerät, ist Deutschland zu ihrem Ausweichort geworden. Doch Politik, Polizei und Justiz hier nehmen die Lage nicht ernst genug, kritisieren Experten.




Auch Schwaben und Bayern sind Schwerpunkte mit handfesten Stützpunkten der Mafia geworden.
Dass sich das Mafiaproblem in Deutschland nicht auf die Metropolen der Republik beschränkt, zeigt ein Blick auf einen Bericht des bayerischen Innenministeriums. Etwa „65 Mitglieder der Mafia“, die im Freistaat amtlich gemeldet sind, seien den Sicherheitsbehörden bekannt. In diesem Zusammenhang wird auch der Regierungsbezirk Schwaben als ein „regionaler Schwerpunkt“ für Angehörige der ’Ndrangheta, Camorra und Sacra Corona Unita genannt.

Insgesamt wurde laut dem Bericht in den vergangenen fünf Jahren in 25 Fällen gegen „italienische Tätergruppen“ in Bayern ermittelt. In 15 Verfahren konnten Bezüge zu italienischen Mafiasyndikaten nachgewiesen werden – namentlich zu ’Ndrangheta, Camorra und Cosa Nostra. „Die letzte Mafia-Verurteilung hier in der Region war im Jahr 2008“, sagt Christian Owsinski vom Polizeipräsidium Schwaben. Beim bayerischen Innenministerium sind für das Berichtsjahr 2011 die Polizeipräsidien Schwaben Nord und Schwaben Süd/West in jeweils einem Fall als „ermittlungsführende Dienststelle“ aufgeführt.