Dienstag, 25. Dezember 2012

In den Straßen von Neapel



Die Camorra ist kein wilder Bandenhaufen, die Camorra ist ein System! Das gleiche gilt für die sizilianische Mafia.


In San Stefano, einem berüchtigten Stadtteil von Neapel, findet man überall solche oder ähnliche Warnungen oder Beschriftungen an Hauswänden. (aufgenommen Sept 2012)



San Stefano / Neapel


In diesem Statteil geht man besser nicht flanieren!


In der Altstadt von Palermo findet man Grafities, die den derzeit gefährlichsten Mafia-Paten Italiens verehren, Matteo Messina Denaro!

Im Jahre 2008 tauchten an mehreren Orten in Sizilien Wandbilder, genannt Murales auf, welche Denaro zeigen. Das erste Bild befand sich an einer Wand auf der Rückseite des Normannendoms in Palermo. Ein ähnliches Bild fand man bald darauf beim Eingang der juristischen Fakultät in Palermo, dann im Heimatort Messina Denaros, in Castelvetrano, sowie im nahegelegenen Ort Sciacca. Die Bilder zeigen vier Mal farbig das Gesicht von Denaro, wie es aus den Fahndungsfotos hervorgeht.




Matteo Messina Denaro (* 26. April 1962 in Castelvetrano auf Sizilien) ist ein Anführer der sizilianischen Cosa Nostra. Er wird auch Diabolik oder Rolex genannt. In Sizilien ist sein Vater Francesco Messina Denaro bekannt unter dem Namen Don Ciccio. Nach der Verhaftung von Salvatore Lo Piccolo 2007 gilt er als alleiniger Nachfolger von Bernardo Provenzano und damit als "Nummer 1" der sizilianischen Mafia.

Matteo Messina Denaro wurde als Sohn einer mächtigen Mafiafamilie geboren. Francesco Messina Denaro leitete bereits in den 1970er Jahren die Familie von Castelvetrano. Die Provinz Trapani gilt neben Palermo als stärkste Basis der Cosa Nostra. Mit 14 Jahren lernte Matteo Messina Denaro schießen, mit 18 beging er seinen ersten Mord und stieg schnell in der sizilianischen Mafia auf. Seit 1992 gehört er zur Führungsriege der Cosa Nostra. Er arbeitete mit anderen Führungsmitgliedern wie Bernardo Provenzano und Totò Riina zusammen und gehörte stellvertretend sowohl zum Gremium, welches die Attentate auf Giovanni Falcone und Paolo Borsellino beschloss, wie auch später zum nachfolgenden „Direktorium“ Provenzanos. Im Mai 2002 wurde er für seine Mittäterschaft bei diesen Attentaten in Abwesenheit zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Auch an einer Attentatswelle auf dem italienischen Festland in den Jahren 1993–1995 war er aktiv beteiligt. Seit 1993 ist Matteo Messina Denaro flüchtig.



Matteo Messina Denaro

Italienischen Ermittlern zufolge hat Denaro im Lauf seiner Verbrecher-Karriere mindestens 50 Menschen persönlich umgebracht oder umbringen lassen. Einmal soll er mit eigenen Händen eine schwangere Frau erdrosselt haben. Hierbei handelt es sich um den Mord an Vincenzo Milazzo und Antonella Bonomo. Milazzo war ein Mafiakollege auf der gleichen Seite wie Messina Denaro, allerdings hatte er das Vertrauen seiner eigenen Leute verloren. Tatsächlich aber waren eine ganze Reihe von Mafiamitgliedern, unter anderem auch Leoluca Bagarella, der Schwager Salvatore Riinas, an dem Doppelmord beteiligt, zum Erwürgen der Frau nutzten sie ein Seil. Ob Bonomo schwanger war oder hoffte, durch das Betteln um das Leben ihres ungeborenen Kindes, könne sie ihr eigenes Leben retten, lässt sich heutzutage nicht mehr sagen.

Denaro gilt als Vertreter der „neuen Generation“ der Cosa Nostra. Er rühmt sich selbst damit, mit seinen Opfern einen ganzen Friedhof füllen zu können. Bekannte von früher berichten, der junge Matteo Messina Denaro sei gern mit einem Porsche voller Champagner-Flaschen aus seinem Heimatort Castelvetrano hinab an die Strände von Selinunt gefahren, um dort rauschende Partys zu feiern.