Donnerstag, 27. Dezember 2012

Hilfe für Camorra Boss: Mehrere Festnahmen



Caserta, 21.12.1012  – Ein Anwalt und ein Arzt werden beschuldigt, den Aufstieg des Mafia-Bosses Giuseppe Setola unterstützt und gefördert zu haben. Sie wurden von den Carabinieri von Caserta verhaftet.





Auch weitere drei Personen wurden in Untersuchungshaft gebracht, unter anderem der Optiker Aldo Fronterre' und der Anwalt Girolamo Casella.
Letzterem wird die Bildung einer Mafia-Vereinigung vorgeworfen.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Prominenter Boss der Camorra in Neapel erschossen

In Italien ist einer der berüchtigsten Mafiabosse von seinem eigenen Leibwächter mit 5 Schüssen in den Kopf liqidiert worden, als er in seinen Wagen steigen wollte. Der lang gesuchte Giuseppe Dell'Aquila, Mitglied des Clans Mallardo-Contini, eine als besonders gefährlich eingestufte Gruppe der neapolitanischen Camorra, wurde am 19.ten Dezember neben seinem Fahrzeug unweit von Neapel tot aufgefunden.




Der 49-jährige Mafioso zählte zu den 30 gefährlichsten Kriminellen Italiens. Er gilt als Drahtzieher einer langen Fehde zwischen rivalisierenden Clans der Camorra in den 80er Jahren.

Die Polizei hatte schon öfters Dell'Aquilas Festnahme nur knapp verfehlt. Im April 2009 hatte der Boss sein Versteck in Giugliano bei Neapel wenige Stunden vor dem Eintreffen der Fahnder verlassen. Im August 2009 war er von einem Boot ins Meer gesprungen, um sich der Polizei zu entziehen, die ihm auf der Spur gewesen war. Danach war er nur kurze Zeit untergetaucht, um dann wieder seinen "Geschäften" nachzugehen. Jetzt hat ihn sein Leibwächter, der die Macht an sich reißen wollte, hingerichtet, wurde aber eine Stunde später in seinem Haus verhaftet.

Die Polizei jagt jetzt die Nummer eins der sizilianischen Cosa Nostra, den flüchtigen Boss Matteo Messina Denaro.

Dienstag, 25. Dezember 2012

In den Straßen von Neapel



Die Camorra ist kein wilder Bandenhaufen, die Camorra ist ein System! Das gleiche gilt für die sizilianische Mafia.


In San Stefano, einem berüchtigten Stadtteil von Neapel, findet man überall solche oder ähnliche Warnungen oder Beschriftungen an Hauswänden. (aufgenommen Sept 2012)



San Stefano / Neapel


In diesem Statteil geht man besser nicht flanieren!


In der Altstadt von Palermo findet man Grafities, die den derzeit gefährlichsten Mafia-Paten Italiens verehren, Matteo Messina Denaro!

Im Jahre 2008 tauchten an mehreren Orten in Sizilien Wandbilder, genannt Murales auf, welche Denaro zeigen. Das erste Bild befand sich an einer Wand auf der Rückseite des Normannendoms in Palermo. Ein ähnliches Bild fand man bald darauf beim Eingang der juristischen Fakultät in Palermo, dann im Heimatort Messina Denaros, in Castelvetrano, sowie im nahegelegenen Ort Sciacca. Die Bilder zeigen vier Mal farbig das Gesicht von Denaro, wie es aus den Fahndungsfotos hervorgeht.




Matteo Messina Denaro (* 26. April 1962 in Castelvetrano auf Sizilien) ist ein Anführer der sizilianischen Cosa Nostra. Er wird auch Diabolik oder Rolex genannt. In Sizilien ist sein Vater Francesco Messina Denaro bekannt unter dem Namen Don Ciccio. Nach der Verhaftung von Salvatore Lo Piccolo 2007 gilt er als alleiniger Nachfolger von Bernardo Provenzano und damit als "Nummer 1" der sizilianischen Mafia.

Matteo Messina Denaro wurde als Sohn einer mächtigen Mafiafamilie geboren. Francesco Messina Denaro leitete bereits in den 1970er Jahren die Familie von Castelvetrano. Die Provinz Trapani gilt neben Palermo als stärkste Basis der Cosa Nostra. Mit 14 Jahren lernte Matteo Messina Denaro schießen, mit 18 beging er seinen ersten Mord und stieg schnell in der sizilianischen Mafia auf. Seit 1992 gehört er zur Führungsriege der Cosa Nostra. Er arbeitete mit anderen Führungsmitgliedern wie Bernardo Provenzano und Totò Riina zusammen und gehörte stellvertretend sowohl zum Gremium, welches die Attentate auf Giovanni Falcone und Paolo Borsellino beschloss, wie auch später zum nachfolgenden „Direktorium“ Provenzanos. Im Mai 2002 wurde er für seine Mittäterschaft bei diesen Attentaten in Abwesenheit zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Auch an einer Attentatswelle auf dem italienischen Festland in den Jahren 1993–1995 war er aktiv beteiligt. Seit 1993 ist Matteo Messina Denaro flüchtig.



Matteo Messina Denaro

Italienischen Ermittlern zufolge hat Denaro im Lauf seiner Verbrecher-Karriere mindestens 50 Menschen persönlich umgebracht oder umbringen lassen. Einmal soll er mit eigenen Händen eine schwangere Frau erdrosselt haben. Hierbei handelt es sich um den Mord an Vincenzo Milazzo und Antonella Bonomo. Milazzo war ein Mafiakollege auf der gleichen Seite wie Messina Denaro, allerdings hatte er das Vertrauen seiner eigenen Leute verloren. Tatsächlich aber waren eine ganze Reihe von Mafiamitgliedern, unter anderem auch Leoluca Bagarella, der Schwager Salvatore Riinas, an dem Doppelmord beteiligt, zum Erwürgen der Frau nutzten sie ein Seil. Ob Bonomo schwanger war oder hoffte, durch das Betteln um das Leben ihres ungeborenen Kindes, könne sie ihr eigenes Leben retten, lässt sich heutzutage nicht mehr sagen.

Denaro gilt als Vertreter der „neuen Generation“ der Cosa Nostra. Er rühmt sich selbst damit, mit seinen Opfern einen ganzen Friedhof füllen zu können. Bekannte von früher berichten, der junge Matteo Messina Denaro sei gern mit einem Porsche voller Champagner-Flaschen aus seinem Heimatort Castelvetrano hinab an die Strände von Selinunt gefahren, um dort rauschende Partys zu feiern.

Polizei beschlagnahmt eine Milliarde Euro

Schlag gegen süditalienische Camorra:



Carabinieri transportieren zwei Europaletten mit 50 Euro-Banknoten ab



Bei einer weiteren Razzia gegen die Camorra sind bei dem einflussreichen Clan Polverino zwei Tage vor Weihnachten Immobilien, Grundstücke, Geschäfte und Unternehmensbeteiligungen  beschlagnahmt worden. Konfisziert wurden zwei Euro-Paletten mit 1 Milliarde Euro, auch Autos, Boote und Motorräder. Dem Clan, der zur Mafia in der süditalienischen Region Kampanien gehört, werden Erpressung, Wucher, Waffen- und Drogenhandel vorgeworden.

Zwei Tage zuvor hatte die Polizei bereits 40 Mitglieder des Clans Polverino in Neapel festgenommen. Ihnen werden die Mitgliedschaft in einer mafiösen Vereinigung, mehr als dreißg Morde durch Auftragskiller, Erpressung, Drogenhandel, illegaler Waffenbesitz und Geldwäsche zur Last gelegt.

Bei zwei der Festgenommenen handelte es sich nach Behördenangaben um Kandidaten von Berlusconis Partei Volk der Freiheit, die bei der bevorstehenden Kommunalwahl in Quarto nahe Neapel antreten wollten. Einer der beiden soll einer der Anführer des Clans sein, der andere sei der Cousin von Clanchef Salvatore Liccardi.

An den Ermittlungen, die zu dem Einsatz führten, hatten sich auch Ermittler in Spanien beteiligt. Der Clan soll in großem Stil Drogenhandel von Spanien nach Italien betrieben haben. Bereits am Montag war der italienischen Polizei ein Schlag gegen den Casalesi-Clan gelungen, dem mächtigsten und gewalttätigsten Clan der Camorra.

Samstag, 22. Dezember 2012

Mafiaboss durch Facebook geschnappt



Ein von Interpol gesuchter Boss der sizilianischen Mafia ist der Polizei in Thailand ins Netz gegangen. Er wurde am Flughafen Bangkok festgenommen. Entscheidene Hinweise lieferte das soziale Netzwerk Facebook.


Vito Roberto Palazzolo

In Thailand ist der Polizei ein von Interpol gesuchter Boss der sizilianischen Mafia ins Netz gegangen. Wie italienische Medien am Samstag berichteten, wurde Vito Roberto Palazzolo am Flughafen der Hauptstadt Bangkok festgenommen. Den Ermittlern zufolge war der 64-Jährige unter dem 1993 gefassten Mafia-Chef Toto Riina und dessen 2006 festgenommenen Nachfolger Bernardo Provenzano für die Geldwäsche der Cosa Nostra zuständig. Nach Angaben der italienischen Zielfander, hat Don Vito Palazzolo mehr als 1 Milliarde Euro in die karibischen Steueroasen transferiert, die als uneinbringlich gelten.

Palazzolos Festnahme erfolgte nach Überwachung seiner Einträge sowie derjenigen seiner Freunde und Familienangehörigen im sozialen Internet-Netzwerk Facebook.

Der aus dem sizilianischen Terrasini bei Palermo stammende Palazzolo lebte seit den 1980er Jahren unter dem Namen Robert von Palace Kolbatschenko in Südafrika.

Als ein Gericht in Palermo Palazzolo 2006 in erster Instanz in Abwesenheit verurteilte, nannte ihn die Staatsanwaltschaft "eine der größten Cosa-Nostra-Figuren seit 20 Jahren, insbesondere wegen seiner Scharnierfunktion zwischen Geschäftswelt und Mafia". 2009 wurde seine Verurteilung zu neun Jahren Haft wegen "mafiöser Vereinigung" endgültig bestätigt.

Italienischen Medien zufolge willigten die thailändischen Behörden in seine Auslieferung nach Italien ein. Doch Palazzolos Anwälte legten unter Verweis auf die südafrikanische Staatsangehörigkeit ihres Mandanten Berufung ein.


Freitag, 21. Dezember 2012

Mit der Lupara hingerichtet



Am Stadtrand von San Giorgio Morgeto ereilte ihn am 14 Oktober 2012 das tödliche Urteil der Mafia. Mit neun Schrotladungen aus der Lupara haben mehrere Mafiosi Salvatore Satini aus Reggio di Calabria vor seinem Haus regelrecht niedergemetzelt.



Es handelte sich um die Abrechnung zweier Familienclans, die sich offenkundig seit mehreren Jahren befehdeten. Die Carabinieri befürchten nun, dass diese Hinrichtung der Beginn eines großen Bandenkrieges ist, der sich bis nach Norditalien und sogar bis die Bundesrepublik Deutschland ausweiten könnte. Das Haus des Opfers wurde ausgeraubt und ein Luxus-Fahrzeug in die Luft gesprengt. Allerdings hat das Killerkommando ein Versteck übersehen, in dem die Carabinieri nach eingehender Untersuchung mehr als 4 Millionen Euro Bargeld fanden.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Luigi Putrone - neuer Mafia-Boss in Agrigento



Gerlandino Messina gilt als einer der Chefs der Cosa Nostra in der Provinz Agrigento. Er war seit 2003 Stellvertreter von Giuseppe Falsone, der im Juni 2010 verhaftet wurde. Seit dieser Verhaftung übernahm Gerlandino Messina dessen Führungsfunktion. Mit dem lokalen Boss der Cosa Nostra in Porto Empedocle Luigi Putrone lieferte er sich jahrelange, blutige Kämpfe um die Vorherrschaft.


Gerlandino Messina bei seiner Verhaftung
Gerlandino Messina wurde am 23. Oktober 2012 in seinem Haus in Favara von einer Spezialeinheit der Carabinieri, der Gruppo di Intervento Speciale (GIS), verhaftet. Er wurde wegen seiner Verbindungen zur Cosa Nostra und mehrerer Morde gesucht, darunter der Mord an dem Polizeibeamten Giuliano Guazzelli im April 1992. Seither ist Putrone einer der mächtigen und nahezu unantastbaren Bosse in der Region.



Mittwoch, 19. Dezember 2012

Vorne Pizza - hinten Pate



...der Einfluss der Mafia nimmt in NRW massiv zu. In Köln zahlt jedes zweite italienische Restaurant Schutzgeld, schätzt ein ehemaliger Oberstaatsanwalt. Während die Mafia in Italien immer mehr unter Druck gerät, ist Deutschland zu ihrem Ausweichort geworden. Doch Politik, Polizei und Justiz hier nehmen die Lage nicht ernst genug, kritisieren Experten.




Auch Schwaben und Bayern sind Schwerpunkte mit handfesten Stützpunkten der Mafia geworden.
Dass sich das Mafiaproblem in Deutschland nicht auf die Metropolen der Republik beschränkt, zeigt ein Blick auf einen Bericht des bayerischen Innenministeriums. Etwa „65 Mitglieder der Mafia“, die im Freistaat amtlich gemeldet sind, seien den Sicherheitsbehörden bekannt. In diesem Zusammenhang wird auch der Regierungsbezirk Schwaben als ein „regionaler Schwerpunkt“ für Angehörige der ’Ndrangheta, Camorra und Sacra Corona Unita genannt.

Insgesamt wurde laut dem Bericht in den vergangenen fünf Jahren in 25 Fällen gegen „italienische Tätergruppen“ in Bayern ermittelt. In 15 Verfahren konnten Bezüge zu italienischen Mafiasyndikaten nachgewiesen werden – namentlich zu ’Ndrangheta, Camorra und Cosa Nostra. „Die letzte Mafia-Verurteilung hier in der Region war im Jahr 2008“, sagt Christian Owsinski vom Polizeipräsidium Schwaben. Beim bayerischen Innenministerium sind für das Berichtsjahr 2011 die Polizeipräsidien Schwaben Nord und Schwaben Süd/West in jeweils einem Fall als „ermittlungsführende Dienststelle“ aufgeführt.

Dienstag, 18. Dezember 2012

30 Festnahmen bei Razzia gegen Camorra



Im Rahmen einer groß angelegten Razzia gegen die Camorra, die Mafia in Neapel und Kampanien, sind am Dienstag 30 Personen festgenommen worden. Ihnen wird Geldwäsche vorgeworfen, teilte die Polizei mit. Die Festnahmen erfolgten unter anderem in Neapel, Mailand, Rom und Bologna. Dabei wurden Immobilien, Unternehmen und Autos im Wert von 120 Millionen Euro beschlagnahmt.


Mehrere Unternehmer aus dem neapolitanischen Raum wurden verhaftet, teilte die Polizei mit. Über 100 Sicherheitskräfte waren bei der Razzia im Einsatz.


Fehde zwischen rivalisierenden Clans der Camorra in Neapel

In der Nacht auf Dienstag wurde unterdessen der 24-jährige Pasquale Vigilia, Sohn des prominenten Camorra-Bosses Alfredo Vigilia, ermordet. Er wurde von zwei Killern mit zwei Pistolenschüssen getötet, teilte die Polizei mit. Vigilia war wegen Drogenhandels vor Gericht gestanden. Seit Monaten kursiert eine Fehde zwischen rivalisierenden Clans der Camorra in Neapel, der bereits mehrere Personen zum Opfer gefallen sind.

Sonntag, 16. Dezember 2012

LA NERA - ein Mafia-Epos



Für Sophia, eine junge Sizilianerin aus einfachen Verhältnissen, ist es ein Traum: Sie heiratet den schwerreichen Arzt und Unternehmer Giulio Saviani, der Schönheitskliniken für die High Society betreibt. Erst allmählich wird Sophia klar, dass sie nun der »ehrenwerten Familie« angehört. Die Kliniken sind nichts weiter als Fassade für einen höchst lukrativen Organhandel. Als ihr Mann ermordet wird, muss Sophia sich unversehens in einem blutigen Machtkampf der Mafiaclans behaupten. Doch sie hat gelernt: Mit gnadenloser Härte verfolgt sie alle, die sich ihr in den Weg stellen. Und sie hat nun auch die Macht, Rache zu nehmen für ein traumatisches Erlebnis in ihrer Jugend.

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Mittwoch, 12. Dezember 2012

Prominente Camorra-Mitglieder in Neapel gefasst



Unter den Festgenommenen sind drei Brüder und ein Neffe des im Dezember verhafteten Camorra-Bosses Zagarie. Auch ein besonder gefährlicher Clan-Chef wurde verhaftet.

Camorra-Boss Michele Zagaria

Neun prominente Mitglieder der Camorra, des neapolitanischens Arms der Mafia, sind am Dienstag in der süditalienischen Stadt Caserta festgenommen worden. Zu ihnen zählen drei Brüder und ein Neffe des im vergangenen Dezember verhafteten Camorra-Bosses Michele Zagaria, der nach einer 16-jährigen Flucht gefasst worden war. Verhaftet wurde am Dienstag auch Antonio Zagaria, der als der Anführer des Casalesi-Clans gilt, eine als besonders gefährlich eingestufte Gruppe der Camorra.

Antonio Zagaria führt die Geschäfte des Clans seit der Festnahme seines Bruders Michele, der jahrelang Nummer eins des einflussreichen Casalesi-Clans war. Mit seiner Festnahme wurde der Gruppierung ein schwerer Schlag versetzt. Die Paten der kriminellen Organisation gehören zu den mächtigsten Mafia-Gruppen in Kampanien. Ihnen werden mehr als 20 Morde sowie Drogenhandel, Korruption und Betrug zur Last gelegt. Auch in das illegale Geschäft mit Müll in Neapel ist die Gruppe verwickelt. In den vergangenen Jahren hatten die Casalesi ein Wirtschaftsimperium aufgebaut und Unternehmen, Geschäfte und Lokale gekauft. Desweiteren vermieteten sie Auftragskiller.

In den vergangenen Monaten mussten die Casalesi mehrere Schläge hinnehmen. So wurde im November 2010 der prominente Boss Antonio Iovine nach 14-jähriger Flucht festgenommen. Bereits im Januar 2009 war der Boss Giuseppe Setola der Polizei ins Netz gegangen.

Samstag, 8. Dezember 2012

Militär gegen Camorra

Die Regierung in Rom will mehr Soldaten in Neapel zur Bekämpfung der Camorra einsetzen.

„Wir überlegen, die Präsenz von Soldaten zu steigern“, sagte Innenministerin Anna Maria Cancellieri am Freitag.

Mit dieser Initiative will die Regierung auf die Fehde zwischen rivalisierenden Clans der Camorra reagieren, der in den vergangenen Wochen mehrere Menschen zum Opfer gefallen sind.

Am Mittwoch hatte der brutale Mord an einem mutmaßlichen Mafioso in einem Kindergarten-Hof in Neapel die Öffentlichkeit geschockt.




Im berüchtigten neapolitanischen Viertel Scampia war es zu Wildwest-Szenen gekommen.
Der 50-jährige Luigi Lucenti, Mitglied des einflussreichen Camorra-Clans Abbinante, ist in dem Hof von zwei Killern erschossen worden, in dem er Zuflucht gesucht hatte. Der Mann war vor seinem Wohnhaus von Kriminellen angeschossen worden (ich habe im letzten Blogeintrag darüber berichtet).

Trotz Verletzungen konnte er die Flucht ergreifen und Schutz im Hof des Kindergartens suchen, in dem mehrere Eltern auf ihren Nachwuchs warteten.

Hier wurde er von den zwei vermummten Killern mit einem Scooter eingeholt und getötet. Der Tote war wegen Drogenhandels und organisierter Kriminalität vorbestraft. Soldaten sind schon seit längerer Zeit in Neapel im Einsatz. Sie haben die Kontrolle über verschiedene Einrichtungen und Institutionen übernommen, um die Polizei zu entlasten. Damit hat die Polizei mehr Personal für Patrouillen auf den Straßen zur Verfügung.

Freitag, 7. Dezember 2012

Mafia-Boss in Luxusvilla auf Bali gefasst



Antonino Messicati Vitale ist der Kopf eines sizilianischen Mafia-Clans. Er saß bereits zehn Jahre in Haft und wurde wegen erneuter Mordvorwürfe gesucht. Nun konnte die Polizei den Mann in einer Luxusvilla auf Bali festnehmen.


Antonino Messicati Vitale auf Bali: Festnahme im Urlaubsparadies

Die italienische Polizei hat auf Bali einen der meistgesuchten Mafia-Bosse festgenommen. Die Operation gegen Antonino Messicati Vitale sei gemeinsam mit den indonesischen Behörden durchgeführt worden, teilte die italienische Polizei mit. Die Ermittler schlugen in einer Luxusvilla zu, in der sich der 40-Jährige während der vergangenen sechs Monaten versteckt hatte.

"Der Wohnsitz des Flüchtigen war ein luxuriöses Domizil in einem Küstenort Balis", erklärte die Polizei. Die Ermittler hatten Familienmitglieder und Freunde Messicati Vitales abgehört. Schließlich folgten sie seinen Verwandten bei einer Reise nach Bali.


Messicati Vitale saß bereits zehn Jahre wegen krimineller Machenschaften im Gefängnis. Laut Polizeiangaben wurde er nun unter anderem wegen sechsfachen Mordes und Menschenhandel gesucht. Er ist der Kopf eines sizilianischen Mafia-Clans, der in den neunziger Jahren in der Stadt Villabate in einen blutigen Bandenkrieg verwickelt war.






Donnerstag, 6. Dezember 2012

Alleingelassen mit der Mafia




Sprengstoffanschläge, Brandsätze, Todesdrohungen: Seit der sizilianische Bauunternehmer Ignazio Cutrò Anzeige gegen Mafiosi erstattete, fürchtet er um sein Leben. Sein Dorf wandte sich geschlossen von ihm ab. Rund um die Uhr wird er von Carabinieri bewacht - doch die machen fatale Fehler.

Ignazio Cutrò


Ignazio Cutrò hat einen Traum: "Ich möchte morgens aus dem Haus gehen, auf der Straße mit dem Nachbarn plaudern und in der Bar einen Espresso trinken." Doch in seinem sizilianischen Heimatdorf Bivona spucken die Leute auf dem Corso vor ihm aus. Wenn er einen Kaffee bestellt, verlassen sie den Raum. Die Einzigen, die in solchen Momenten an seiner Seite bleiben, sind vom Staat bestellte Leibwächter. Doch auch die sind manchmal plötzlich weg.

Cutrò ist ein bulliger, fröhlicher Mann, der Witze über seinen Bauch macht und mitreißend erzählen kann. Dabei hat er wenig Grund zum Lachen. Seit vielen Jahren ist der 45-jährige Bauunternehmer Kronzeuge der italienischen Justiz. Ein beharrlicher Kämpfer gegen die Cosa Nostra und deren tief verwurzelten Herrschaftsanspruch, den vermessenen Glauben, dass das Volk der Mafia etwas schulde: Respekt, Loyalität und - wie im Fall von Ignazio - Schutzgeld.


"Die Mafia ist wie ein unsichtbarer Nebel, den man einatmet, der den Verstand einlullt. Die Leute verstecken sich und hoffen, dass er vorbeizieht, dass irgendjemand ihn vertreibt. Aber nur die wenigsten tun etwas dagegen." Cutrò tat, was er für richtig hielt; er verweigerte die Zahlung des "Pizzo". Die Folge: Knapp 30-mal überfielen Mafiosi in den vergangenen 13 Jahren seinen Besitz, zerstörten Baustellen, legten Feuer oder Sprengsätze, ließen ihm immer wieder Todesdrohungen zukommen.

Weil Ignazio sein Geschäft mit Herzblut führt, packte er anfangs einen Rucksack voll mit Steinen und bewaffnete sich mit einer Eisenstange. Dann kampierte er nachts vor den Baustellen, um sein Eigentum zu verteidigen, warf in seiner Verzweiflung mit Kieseln nach streunenden Hunden, die er im Halbschlaf für Attentäter hielt. "Ich war unfassbar naiv", sagt er heute. Am 10. Oktober 1999 erstattete der Unternehmer zum ersten Mal Anzeige gegen Unbekannt. Er wusste, was er tat, aber nicht, was ihn wirklich erwartete.

Cutròs Informationen und seine Anzeigen halfen den Ermittlern der Anti-Mafia-Operation "Face off". Mehrere Mitglieder der örtlichen Mafia-Familie Panepinto konnten festgenommen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden. Weil sie geständig waren, erließ man ihnen allerdings einen Teil der Strafe.

Neben Cutrò wurden 16 weitere Unternehmer zur Schutzgelderpressung befragt. "Sie wurden genauso unter Druck gesetzt wie ich - aber vor Gericht haben es alle verneint", sagt er. Immerhin seien die Zeugen später wegen Falschaussage belangt worden. Der verantwortliche Cosa-Nostra-Boss der Provinz Agrigento, Maurizio di Gati, saß da schon in Haft.

Der 45-Jährige hält an das, was sein Vater ihn einst lehrte: "Du musst mit geradem Rücken und hoch erhobenen Hauptes durchs Leben gehen - auf dem Boden kriechen nur die Würmer." Zwar versicherten ihm seine Bewacher mit schöner Regelmäßigkeit, dass er in wenigen Jahren außer Gefahr sein werde. Cutrò aber weiß: "Irgendwann wird die Wache abgezogen, dann bin ich dran. Die Mafia vergisst nie."

Hinrichtung im Kindergarten



Während Kinder ein Krippenspiel probten, haben Mafia-Killer einen Rivalen im Hof eines Kindergartens in Neapel brutal hingerichtet.


Sicherung des Tatortes im Kindergarten

Der brutale Mord an einem verfeindeten Mafioso in einem Kindergarten-Hof in Neapel hat die Öffentlichkeit in Italien geschockt. Im berüchtigten neapolitanischen Viertel Scampia ist es am Mittwoch zu dem Verbrechen gekommen. Der 50-jährige Luigi Lucenti, Mitglied des einflussreichen Camorra-Clans Abbinante, ist in dem Hof von seinen zwei Mördern erschossen worden, in dem er Zuflucht gesucht hatte. 

Nachdem das Opfer bereits zuvor angeschossen wurde, konnte es trotz der Wunden zuerst die Flucht ergreifen und Schutz im Hof des Kindergartens suchen, in dem mehrere Eltern auf ihren Nachwuchs warteten. Hier wurde der Mann von den zwei vermummten Tätern mit einem Scooter eingeholt und getötet.

Der Tote war wegen Drogenhandels und organisierter Kriminalität vorbestraft. Die Kinder, die mit den Proben für eine Weihnachtsaufführung beschäftigt waren, hätten die Schüsse nicht gehört, berichtete ein Lehrer. Die Kinder verließen das Gebäude durch eine Hintertür, weil man sie vom Tatort fernhalten wollte.

Erst am Montag hatte die Polizei die Leiche des 27-jährigen Mirko Romano gefunden, der Opfer einer Fehde unter rivalisierenden Camorra-Clans geworden ist. Der Leichnam mit unzähligen Pistolenschüssen wurde auf der Straße entdeckt, die Melito und Giugliano, zwei stark bevölkerte Gemeinden im nördlichen Hinterland Neapels, verbindet.

Der Mord im Kindergarten-Hof löste empörte Reaktionen aus. Italiens Innenministerin Annamaria Cancellieri sprach von unerträglicher Gewalt in Neapel. Der Bürgermeister von Neapel, Luigi De Magistris, zeigte sich erschüttert. "Im Hof eines Kindergarten zu schießen, ist ein terroristischer Akt", kommentierte das Stadtoberhaupt. Stefano Caldoro, Präsident der Region Kampanien, zu der Neapel gehört, meinte, dass die mafiöse Gewalt ein unerträgliches Niveau erreicht habe.

Mitglieder von Camorra-Clan aus Caserta verhaftet



Ein breit angelegte Operation der Polizei gegen den illegalen Drogenhandel hat heute in den frühen Morgenstunden zu Verhaftungen in mehreren Provinzen Italiens geführt. 35 Personen kamen in Untersuchungshaft.




Bei den Betroffenen soll es sich um Angehörige bzw. um Verbündete des Camorra-Clans „Fragnoli-Gagliardi di Mondragone“ aus Caserta handeln.

Außerdem konnten die Ermittler beachtliche Mengen an Rauschgift und Waffen beschlagnahmen.
Zusätzlich wurden Immobilien, Anteile an Gesellschaften, Bankkonten und bewegliche Güter im Wert von 63 Millionen Euro beschlagnahmt.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Don Vito lebt nebenan - Mafia in Deutschland



Mafia Norddeutschland


Die Landkarten zeigen, wo Cosa Nostra und Camorra in Norddeutschland heimisch sind - zum Beispiel die Familie aus dem sizilianischen Siculiana, die sich im saarländischen Spiesen-Elversberg niedergelassen hat.



Mafia Süddeutschland



Fast überall vertreten ist der Licciardi-Clan aus Neapel. Dabei handelt es sich um eine mächtige Camorra-Gruppierung aus dem berüchtigten Viertel Secondigliano, die seit den achtziger Jahren im Drogenhandel aktiv ist. Derzeit hat der Clan mit internen Konflikten aufgrund separatistischer Bestrebungen Einzelner zu kämpfen.




'Ndrangheta Norddeutschland





Die kalabrische 'Ndrangheta hat ihre meisten Stützpunkte in Nordrhein-Westfalen. Sie ist derzeit die global am erfolgreichsten agierende Mafia, gilt außerdem als die gefährlichste und mächtigste. In geschätzten 155 Gruppen sind etwa 6000 Mitglieder organisiert.



'Ndrangheta Süddeutschland




Auch in Süddeutschland sind die Clans der 'Ndrangheta vertreten. Die Kalabrier verfügen über ausgezeichnete Verbindungen zu den großen Kartellen in Südamerika. Italien liegt beim Kokainkonsum weltweit unter den Spitzenreitern.

"Capo dei tutte le Capi" ins Krankenhaus eingeliefert



Dem ehemaligen Chef der sizilianischen Mafia Cosa Nostra geht es schlecht. So schlecht, dass er aus dem Gefängnis in das Krankenhaus von Parma eingeliefert werden musste.




Der Gesundheitszustand von Bernardo Provenzano hat sich deutlich verschlechtert. Um den einstigen Superboss der Cosa Nostra ist es so schlecht bestellt, dass er verstärkt ärztliche Hilfe braucht. Seine Anwälte teilten mit, er sei aus dem Gefängnis von Parma in das Hospital der Stadt gebracht worden. Der "Pate von Corleone" leidet unter anderem an einem Prostata-Tumor.

Schon vor einem Monat musste Provenzano im Krankenhaus behandelt werden. Im Mai hatte er versucht, sich in seiner Zelle mit einer Plastiktüte zu ersticken. Nur eine Inszenierung, meinten damals die Behörden.


Vierzig Jahre lang jagte die Polizei den Verbrecher, bis sie ihn 2006 im sizilianischen Corleone festnahmen. Provenzano wurde zu mehreren lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt.

Polizei schnappt Boss des Corleone-Clans




Herber Schlag für die sizilianische Mafia: Die italienische Polizei hat Gaetano Riina in seinem Haus gefasst. Der Bruder des "Super-Mafioso" Totò Riina war der Boss des Corleone-Clans.

Gaetano Riina ist auf Sizilien festgenommen worden. Wie italienische Medien berichteten, konnte die italienische Polizei den 79-Jährigen Boss des Corleone-Clans in seinem Haus in Mazara del Vallo dingfest machen.

Ein italienischer Polizist zeigt ein Foto von Gaetano Riina. 

Der Mafia-Boss ist den Beamten nun auf Sizilien ins Netz gegangen.


Dem Bruder des einstigen "Boss der Bosse" Totò Riina werde Schutzgelderpressung und Zugehörigkeit zur Mafia vorgeworfen. Auch zwei seiner Helfer seien festgenommen worden, hieß es. Riina hatte die Führung des Corleone-Clans nach der Festnahme seines Bruders übernommen.

"Super-Mafioso" Totò, eigentlich Salvatore, Riina sitzt seit über 18 Jahren hinter Gittern. Der heute 80-Jährige wird für mehr als tausend Morde verantwortlich gemacht. Unter anderem soll er die Ermordung der bekannten Mafia-Jäger Paolo Borsellino und Giovanni Falcone im Jahr 1992 angeordnet haben.

In den vergangenen Jahren schwächte die Polizei die sizilianische Mafia mit Festnahmen vieler ihrer Bosse entschieden. Die beiden anderen großen Verbrecherorganisationen auf dem italienischen Festland, die Camorra in Neapel und die 'Ndrangheta in Kalabrien, erstarkten hingegen.

Montag, 3. Dezember 2012

Mafia-Stützpunkte in Deutschland

Das Bundeskriminalamt hat vor Kurzem die derzeit bekannten Mafia-Stützpunkte dokumentiert und veröffentlicht.


Derzeit macht die Mafia ca. 3,4 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland

Quelle: Bundeskriminalamt




'Ndrangheta-Bosse verteilen Deutschland



Nach dem Schlag der italienischen Polizei geben die Ermittlungsunterlagen auch Aufschluss über die 'Ndrangheta-Aktivitäten in Deutschland. Im Zentrum: ein Clan-Boss in der süddeutschen Provinz.

Bruno N. ist außer sich. Sieben Jahre lang hat er den Ableger der 'Ndrangheta aufgebaut, seit sieben Jahren steht er der Crimine, der Leitung in Kalabrien, Rede und Antwort. Und jetzt kommt einfach 'Ntoni, der Schweizer, daher und will sich Brunos Gebiet am Bodensee unter den Nagel reißen. Bruno N. hat den Telefonhörer in der Hand. Zornig pocht er auf seine Leistungen. "Ich werde ihnen Krieg und Feuer bringen, sobald ich dorthin fahre", giftet er im Gespräch mit einem anderen Italiener. Dann legt er auf. "Nein, ihr bleibt sauber an eurem Platz", weist ihn noch am selben Abend, in einem anderen Gespräch, Domenico Oppedisano an. Was der alte Herr sagt, ist Gesetz. Denn Oppedisano, 80 Jahre alt und wohnhaft im süditalienischen Rosarno, ist die Nummer eins der 'Ndrangheta, der kalabrischen Mafia.

Bildmitte: Domenico Oppedisano

Wären diese Gespräche innerhalb der Stadtgrenzen von Rosarno geführt worden, niemand würde sich sonderlich darum kümmern. Doch diese Telefonate erfolgten zwischen der kalabrischen Stadt Rosarno und dem baden-württembergischen Singen unweit des Bodensees, wo der 59-jährige Bruno N. in einem Mehrfamilienhaus nahe eines Industriegebietes wohnt. Und die beiden Männer telefonierten auch nicht alleine, sondern die deutsche Polizei hörte mit.

Ein drohender Mafiakrieg

Es sind zwei von Dutzenden weiteren Gesprächen zwischen Deutschland und Italien. Sie finden sich in den Akten zu einer der größten Polizeiaktionen im Kampf gegen die Mafia, die Italien in den vergangenen Jahren erlebt hat: 3000 Beamte haben am Dienstagmorgen im ganzen Land Gebäude durchsucht und über 300 Mafiosi festgenommen. Doch auch die deutschen Behörden sind elektrisiert. Denn in italienischen Ermittlungsunterlagen, fällt immer wieder der Name Bruno N., der Name des Chefs der Singener 'Ndrangheta-Gruppe. Seine abgehörten Telefonate zeigen, dass Deutschland Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen innerhalb der Mafia zu werden droht. Sie zeigen auch, dass die 'Ndrangheta in Deutschland extrem viele Mitglieder hat.

Fünf Stützpunkte allein in der Nähe Singens

Delikte mit einem eindeutig mafiösen Hintergrund werden in Deutschland häufig anderen Kategorien zugeordnet - wie etwa Drogenhandel und Prostitution. Und noch in den vergangenen Wochen bekamen Journalisten vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg die Auskunft, dass nicht die italienische, sondern die osteuropäische Mafia in Baden-Württemberg weiterhin dominiere. Dabei offenbarte die Abhöraktion der eigenen Leute den Experten des LKA einen wertvollen Einblick in das Innenleben der 'Ndrangheta: Dank den belauschten Gesprächen ist jetzt klar, dass die kalabrische Mafia allein in der eng begrenzten Gegend um Singen mehrere Stützpunkte unterhält. Die italienischen Ermittlungsakten nennen neben Singen vier weitere Standorte, selbst in einem Ort mit gerade mal zehntausend Einwohnern ist die Organisation vertreten.



aufgenommen in einer Singener Bar....


Und was fast noch schwerer wiegt: der Bodensee-Clan ist nicht irgendein Ableger. Bruno N., der Kopf der Gruppe in Singen, musste nur beim obersten Boss der 'Ndrangheta in Italien anrufen - und bekam einen Termin. Mehrmals haben ihn die italienischen Observierer auf dem Grundstück des 'Ndrangheta-Chefs Oppedisano in Rosarno gesichtet. Bei den Razzien am Dienstagmorgen wurden nach italienischen Medienberichten nun beide festgenommen, N. wie Oppedisano. Die anderen Mitglieder der Singener Gruppe sind freilich weiterhin in Freiheit.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Junger Camorra-Boss in Neapel gefasst

Die italienische Polizei hat einen weiteren Erfolg im Kampf gegen die Camorra, den neapolitanischen Arm der Mafia, gefeiert. Der junge Camorra-Boss Giuseppe Bastone, der in Italien zu den meist gesuchten Kriminellen zählte, wurde am Samstag in Neapel festgenommen.



Camorra-Boss Giuseppe Bastone


Der 21-Jährige war für den Drogenhandel im neapolitanischen Viertel Scampia zuständig, der als Hauptplatz für den Suchtgiftverkauf in Italien gilt. Abete, der zum prominenten Clan der "Scissionisti" gehört, wurde in einem geheimen Versteck unter dem Haus seiner Mutter gefunden. Der Bunker hatte eine Verbindung zu einem Kanal, der zweihundert Meter weiter ins Freie führte.



100 Polizisten waren bei der Razzia in Scampia im Einsatz. Trotz seines jungen Alters zählte Abete bereits zu den gefährlichsten Bossen der Gegend, berichtete die Polizei. Im unterirdischen Bunker wurde 2 Mio. Euro in Bargeld  beschlagnahmt.

Patinnen auf dem Vormarsch



Die Regierung Monti hat der Mafia den Kampf angesagt. Zum Vorteil weiblicher Clan-Mitglieder: Sie springen für die verhafteten Bosse ein.


Anfang November haben neapolitanische Carabinieri während einer nächtlichen Blitzaktion in der Camorra-Hochburg Torre del Greco 48 Personen verhaftet – darunter zwölf Frauen, vier davon in Spitzenpositionen: Annamaria Carotenuto, Maria Lucia Gravino, Elena Longobardi und Anna De Blasio. Womit ein Trend bestätigt wurde, der sich schon länger abzeichnet: Frauen spielen eine immer aktivere Rolle in der organisierten italienischen Kriminalität. Ob die sizilianische Mafia, die neapolitanische Camorra oder die kalabresische 'Ndrangheta, der Anteil weiblicher Bosse, die an den Platz ihrer inhaftierten Männer rücken, ist stetig am Steigen.

Annamaria Carotenuto

Emanzipation hat die Mafia längst erreicht

Während die Frauen früher jeweils im Hintergrund agierten (allenfalls als Botengängerinnen für ihre in Verstecken lebenden Männer), drängen sie sich heute immer selbstbewusster an die Spitze. «Die Frauen haben innerhalb der Mafia an Ansehen gewonnen», sagt Umberto Santino vom Mafia-Dokumentations-Zentrum «Giuseppe Impastato» aus Palermo. Diese Entwicklung sei auch nicht «weiter erstaunlich, da die Mafia keine Dogmen kennt und sich seit jeher den Umständen angepasst hat».

Und da die Justiz in den letzten Jahren immer aggressiver und erfolgreicher gegen die organisierte Kriminalität ankämpft und folglich immer mehr Cosa-Nostra-Bosse in Haft sind, «muss eine vertrauenswürdige Person draussen das Kommando übernehmen». Häufiger sind auch Fälle von Witwen, die «an die Stelle von ermordeten Bossen rücken». So geschehen im Fall von Camorra-Boss Nicola Pianese, der 2006 von Rivalen in seinem Auto erschossen wurde. Statt nach einem männlichen Nachfolger zu suchen, übernahm Raffaella D'Alterio, genannt «la miciona» (die grosse Miezekatze), das Zepter und führte fortan den Pianese-D'Alterio-Clan. Mit Erfolg: Innert kurzer Zeit gelang es Raffaella D'Alterio, mittels Schutzgelderpressungen, Drogen- und Falschgeldhandel sowie illegaler Müllentsorgung ein Millionenimperium aufzubauen.


Ermelinda Pagano

Ebenfalls ein Händchen in Sachen Finanzen konnte die 2009 verhaftete Ermelinda Pagano aufweisen. Nachdem sich ihr Ehemann, Camorra-Boss Raffaele Amato, 2006 nach Spanien abgesetzt hatte, übernahm sie die Kontrolle über die Finanzen des Clans. Eine Aufgabe, die sie sehr ernst nahm: Bei ihrer Verhaftung konnte man ihr Geldwäscherei von Drogengeldern in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro nachweisen.

Genauso brutal und immer jünger

In Sachen Brutalität stehen die Frauen den Männern ebenfalls in nichts nach. «Die Mafia-Frauen sind kein bisschen weniger grausam als ihre Männer», sagt Umberto Santino. «Auch sie führen die Geschäfte mit Gewalt.» Als Beispiel nennt Santino Giuseppina «Giusy» Vitale. Die Frau, die es Anfang der 1990er-Jahre bis ganz an die Spitze der sizilianischen Mafia geschafft hatte. «Vitale hat sogar Morde angeordnet.»



Santino Giuseppina «Giusy» Vitale

«Kalt, ehrgeizig und skrupellos», so beschrieb Alberto Redo, Chef der Guardia di Finanza von Reggio Calabria, gegenüber dem Nachrichtenmagazin «Panorama» die 2010 verhafteten 'Ndrangheta-Frauen. Ihn erstaunte vor allem die grosse Zahl von jüngeren Frauen, «oftmals Mütter von Kleinkindern», die innerhalb der jeweiligen Clans Karriere machen und «dabei immer mehr den Männern gleichen».


Samstag, 1. Dezember 2012

Balotelli in Neapel vorgeladen



19.11.2012
Der italienische Fußball-Nationalspieler Mario Balotelli (Manchester City) ist von der Staatsanwaltschaft Neapel vorgeladen worden.


Rom - Der italienische Fußball-Nationalspieler Mario Balotelli (Manchester City) ist von der Staatsanwaltschaft Neapel vorgeladen worden. Bis zum 11. Dezember muss der 22-Jährige vor Gericht im Rahmen eines Prozesses wegen Geldwäsche in Neapel aussagen.

Die Staatsanwälte wollen die Beziehungen zwischen Balotelli und dem wegen Mafia-Verstrickungen bekannten Unternehmer Marco Iorio klären. Dieser hatte Balotelli im Juni 2010 mit zwei Bossen der Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia, durch Neapels Drogenviertel Scampia begleitet.

Der hitzköpfige Angreifer ist nicht der einzige Fußballer, der in Italien wegen Bekanntschaften mit Mafiosi in Schwierigkeiten gerät. In den 80er Jahren war Diego Armando Maradona in seiner Zeit beim SSC Neapel mit zwei prominenten Camorra-Bossen fotografiert worden. Der argentinische Superstar musste sich deshalb vor der Polizei rechtfertigen.

Erpresserring um Musik-Mafia ausgehoben



Rom – Einer kriminellen Musik-Mafia im Süden Italiens hat die Polizei den Ton abgedreht. Die Fahnder hoben eine Bande aus, die Restaurantbesitzer, lokale Fernsehsender oder Organisatoren von Strassenfesten zwang, nur von ihr genehmigte Sängerinnen und Sänger anzuheuern - und dafür kassierte. Es durften nur sogenannte "Malavita" - gewaltverherrlichende Lieder gesungen werden.




Man hat zwölf Personen festgenommen, teilte die Polizei am Samstag mit. Die Verdächtigen, die in der Provinz Caserta rund 35 Kilometer nördlich von Neapel operierten, sollen zum mächtigen Casalesi-Clan innerhalb der weit über Neapel hinaus berüchtigten Camorra gehören.

Camorra um 25 Millionen Euro erleichtert

Neapel – Die Carabinieri haben am 31. 11. 2012 Mafia-Güter in Höhe von 25 Millionen Euro beschlagahmt.






Die Güter gehörten Giuseppe Bastone (31) sowie Ciro Natale (43), – beide bereits im Gefängnis. Sie sollen Mitglieder des Camorra-Clans „Amato-Pagano di Secondigliano“ sein. Insgesamt beschlagnahmten die Antimafiabehörde auf Anordnung des Untersuchungsrichters zwei Wohnungen, zwei Häuser, zehn Autos vier Motorräder sowie hohe Summen von Bargeld.

Freitag, 30. November 2012

Berlusconi und die Geister aus der Unterwelt




Wieder einmal ein seltsamer Krimi: Gangster kidnappten den Buchhalter Berlusconis und forderten 35 Millionen Euro. Dafür versprachen sie belastendes Material über den Intimfeind des Ex-Regierungschefs. Nun nahm die Polizei sechs Verdächtige fest - sie vermutet Verbindungen zur Mafia.





Giuseppe Spinelli, Buchhalter und enger Vertrauter Silvio Berlusconis, kam am 15. Oktober erst spät, gegen 22 Uhr, nach Hause. Spinelli war es, der die jungen Teilnehmerinnen bei den "Bunga-Bunga"-Festen mit Tausenden von Euro im Namen seines Chefs entlohnte. Als seine Ehefrau ihm an jenem Abend die Tür öffnete, machten sich zwei vermummte Gestalten über Spinelli her.

Sie schlugen ihm ins Gesicht, zerrten ihn ins Haus, zertraten dem 71-Jährigen die Brille. Einer von ihnen fuchtelte mit einer Pistole herum. "Die bringen uns um!", dachte seine Ehefrau in dem Moment. Aber die Eindringlinge hatten anderes im Sinn.


Gegen zwei Uhr nachts kam ein dritter Mann hinzu. Er war vermummt wie die anderen, trug aber auffällige Schuhe - rot mit schwarzen Bändern, die Farben des Fußballclubs AC Mailand. Dieser Dritte hielt dem zitternden Spinelli ein verblichenes oder angeschmutztes DIN-A4-Blatt vor das Gesicht. Darauf stand, nach dessen Erinnerung, etwas wie "Betrifft Fall Mondadori". Dazu wurde eine Szene beschrieben, mit "Fini und den Richtern der ersten und zweiten Instanz": Fini fordere die Richter beim gemeinsamen gemütlichen Abendessen angeblich dazu auf, Berlusconi in Schwierigkeiten zu bringen.


560 Millionen und ein Intimfeind
Für Berlusconi möglicherweise ein phantastisches Dokument, das ihm in einem Rechtsstreit nützlich hätte sein können. Er wurde nämlich 2011 verurteilt, 560 Millionen Euro Schadensersatz zu zahlen, weil er vor vielen Jahren, bei der höchst umstrittenen Übernahme des Verlagshauses Mondadori, einen Richter bestochen haben soll.

Gianfranco Fini, einst Anführer der postfaschistischen Partei Alleanza Nazionale, enger Verbündeter von Berlusconi und sein Außenminister, ist heute Parlamentspräsident und Berlusconis Intimfeind.

Für Berlusconi wäre das Paket in zweifacher Hinsicht nützlich gewesen: Fini wäre ins Zwielicht geraten; der teure Prozess hätte womöglich neu aufgerollt werden müssen. Die Kidnapper machten eine entsprechende Rechnung auf: Von den dann ersparten 560 Millionen - so rechnete der Vermummte dem Buchhalter vor - wolle man von Berlusconi sechs Prozent. Das mache also, etwas aufgerundet, 35 Millionen Euro. Diese Forderung solle Spinelli seinem Chef verklickern, dann passiere ihm nichts.

Doch erst am nächsten Morgen, kurz vor acht Uhr, erwischt Spinelli Berlusconi und erzählt ihm alles. Der ist völlig überrascht und beendet das Gespräch nach wenigen Sätzen mit dem Hinweis, dass sein Rechtsanwalt Niccolò Ghedini gleich zurückrufen werde. Der Jurist ruft auch umgehend an - und nun verliert sich die Kenntnis, was genau geschah, im Nebulösen.

Fest steht: Um neun Uhr ziehen die Gangster ab, lassen Spinelli und seine Frau unversehrt zurück. Die werden von Berlusconis Leibwache abgeholt und zum Chef nach Mailand gebracht, in Sicherheit. Berlusconis Anwalt sagt, man habe kein Lösegeld gezahlt.

Die Staatsanwaltschaft geht freilich davon aus, dass doch gezahlt wurde. Das berichten italienische Online-Medien. Warum sonst hätten die Gangster so friedlich abziehen sollen? Ghedini behauptet, er habe den Behörden den Vorfall noch am gleichen Tag gemeldet. Aber erst am nächsten Nachmittag wurde der Fall offiziell zur Anzeige gebracht. Man habe erst genauer wissen wollen, was passiert sei, und das Ehepaar habe unter Schock gestanden, sagt der Anwalt. Die angeblichen Dokumente und die CD habe man nicht zu Gesicht bekommen. Die ganze Sache sei ein Bluff, die komplette Geschichte völlig unstimmig gewesen, unglaubwürdig.

Seither ermittelte die Polizei, heute wurde sie fündig. Sechs Personen wurden festgenommen, drei Italiener, drei Sizilianer. Regisseur des mysteriösen Krimis war, nach Darstellung der Fahnder, ein allseits bekannter Unterweltler: Francesco L., 51. Bekannt wurde er in den achtziger Jahren durch einen Millionenraub. Die Sache ging schief, er wurde geschnappt, bot sich als Kronzeuge in anderen Verfahren an und kam in ein Zeugenschutzprogramm. Da blieb er nicht lange, sattelte wieder um auf Raub und bekam schließlich 2001 neun Jahre und vier Monate wegen der erpresserischen Entführung eines Militärangehörigen. Für die Polizei gehört Francesco L. zum Mafia-Clan Parisi, im süditalienischen Bari.

Auch seine Landsleute und die drei sizilianischen Killer, die vermutlich Aufgaben im Umfeld und bei der Logistik übernommen hatten, sind einschlägig vorbestraft, Profis mithin. Sie könnten durchaus in Diensten der Parisi tätig geworden sein. Doch wenn die abstruse Räuberpistole derart dilettantisch inszeniert wurde, wie Anwalt Ghedini es darstellt, und wenn sie am Ende ohne Lösegeld schlicht abgebrochen wurde - "Entschuldigung, war nur ein Versuch!" - spricht das nicht unbedingt für das Werk der Organisierten Kriminalität. Oder verlief das Ende der Aktion vielleicht ganz anders als bis jetzt bekannt?

Auf die Spur der Täter, ließ die Polizei genüsslich durchblicken, sei man auch wegen der rot-schwarzen Schuhe gekommen. Manchmal ist das allzu offene Bekenntnis zum geliebten Fußballclub offensichtlich von Nachteil. Ob es Berlusconi schaffen wird, seinen Hals erneut aus der Schlinge zu ziehen, wird man sehen.

Mafia-Boss küsst seinen Bruder in den Knast



Küsse für einen Killer: Acht Jahre nach dem Mord an einem stadtbekannten Mafioso schnappte die Polizei von Neapel jetzt den Hauptverdächtigen: Vincenzo Bonavolta.




Mit vier Komplizen soll er einen Krankenwagen überfallen haben, in dem schwer verletzt der Boss eines rivalisierenden Clans lag. Auch ein Wachmann wurde erschossen.
Nach der Verhaftung küssten Verwandte und Freunde Bonavolta auf den Mund – eine Szene wie im Filmklassiker „Der Pate“. Diese „Bruderküsse“ sollen verhindern, dass Mafiosi ihren Treueschwur brechen und auspacken.

Großaktion gegen Mafia



In einer Großaktion ist die italienische Polizei am Samstag gegen einen Clan der kalabrischen 'Ndrangheta mit Verbindungen bis in die Lombardei und die Schweiz vorgegangen.
Die Anti-Mafia-Einheiten rückten bei ihren Razzien mit 23 Haftbefehlen gegen Mitglieder des Bellocco-Clans der kalabrischen Mafia an, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.
Den mutmaßlichen Mafiosi werden illegaler Waffenbesitz, Scheinüberschreibungen von Gütern und Raubüberfälle zur Last gelegt. Die Anti-Mafia-Polizei in Reggio Calabria arbeitete bei ihren Ermittlungen gegen den Clan auch mit Schweizer Bundesstaatsanwälten in Lugano im Tessin zusammen.




Junger Camorra-Boss in Neapel gefasst

Einen weiteren Erfolg feierte die Polizei auch im Kampf gegen die Camorra, den neapolitanischen Arm der Mafia. Der junge Camorra-Boss Giuseppe Bastone, der in Italien zu den meist gesuchten Kriminellen zählte, wurde am Samstag in Neapel festgenommen. Der 21-Jährige war für den Drogenhandel im neapolitanischen Viertel Scampia zuständig, der als Hauptplatz für den Suchtgiftverkauf in Italien gilt.

Abete, der zum prominenten Clan der „Scissionisti“ gehört, wurde in einem Versteck in der Wohnung seiner Mutter gefunden.100 Polizisten waren bei der Razzia in Scampia im Einsatz. Trotz seines jungen Alters zählte Abete bereits zu den gefährlichsten Bossen der Gegend, berichtete die Polizei.

Montag, 26. November 2012

LA NERA - EIN BESTSELLER



Für Sophia, eine junge Sizilianerin aus einfachen Verhältnissen, ist es ein Traum: Sie heiratet den schwerreichen Arzt und Unternehmer Giulio Saviani, der Schönheitskliniken für die High Society betreibt. Erst allmählich wird Sophia klar, dass sie nun der »ehrenwerten Familie« angehört. Die Kliniken sind nichts weiter als Fassade für einen höchst lukrativen Organhandel. Als ihr Mann ermordet wird, muss Sophia sich unversehens in einem blutigen Machtkampf der Mafiaclans behaupten. Doch sie hat gelernt: Mit gnadenloser Härte verfolgt sie alle, die sich ihr in den Weg stellen. Und sie hat nun auch die Macht, Rache zu nehmen für ein traumatisches Erlebnis in ihrer Jugend ...




inzwischen 7 Monate unter den ersten 10 in der Amazon-Bestseller-Liste

Blutiger Camorra-Konflikt in Neapel


Im Norden Neapels ringen Banden um die Vorherrschaft im Drogengeschäft. Im Norden Neapels spielt sich einer der brutalsten Camorra-Konflikte seit Jahren ab. Am Sonntagmorgen ermordeten Killer in Scampia den 42 Jahre alten Raffaele Abete, Bruder eines inhaftierten Clanchefs. Mit drei Schüssen in den Schädel streckten ihn die Mörder vor der "Caffetteria Zeus" nieder. Von den Tätern fehlt jede Spur, doch ihr Motiv ist für die Ermittler eindeutig: Dem Mann wurde zum Verhängnis, der Bruder des Camorra-Bosses Arcangelo Abete zu sein. "Krieg in Scampia", schreibt die Zeitung "La Repubblica".




Jetzt spielt sich am Rand dieser tristen Gebäude ein heftiger Camorra-Konflikt ab. Etwa 80 Clans gibt es in Neapel, unter einigen von ihnen ist ein blutiger Streit um die Vorherrschaft im "größten Drogensupermarkt Europas" neu entbrannt. So nennen Insider den trostlosen Distrikt im Norden der Stadt.

Dieser enorme Profit ist der Grund für den neuen Konflikt, in dem sich in erster Linie die Clanfamilien Abete-Abbinante-Notturno und Menetta-Magnetti-Petriccione bekriegen. Die Tötung Abetes sei die Rache für einen anderen Mord gewesen, behauptet die Polizei. Am 23. August starb Gaetano Marino im Kugelhagel, als er an der Strandpromenade von Terracina, einer Kleinstadt zwischen Neapel und Rom, in sein Auto einsteigen wollte. Die Exekution erfolgte mitten am Tag, Touristen liefen auf der Straße. Auch Marino ist der Bruder eines gefürchteten Bosses im Norden Neapels, Gennaro Marino.

Seit 2011 sind laut Polizei 20 der insgesamt 48 Morde in Neapel auf die Auseinandersetzung in Scampia zurückzuführen. Seit März 2012 forderte der Konflikt sieben Tote. Polizei und Carabinieri sind seit dem Mord an Marino auf 200 Mann verstärkt worden, das jüngste Attentat konnten sie dennoch nicht verhindern. Immerhin ist der Drogenhandel nun erschwert. Innenministerin Anna Maria Cancellieri sagte: "Offensichtlich hat dieser Aufwand nicht genügt, wir werden mehr tun müssen." Nun wird über einen Einsatz des Militärs spekuliert.


Freitag, 23. November 2012

Die Mafia geht mit Facebook online

Die Zeiten, in denen die Mafia mit kleinen Zettelchen kommunizierte, sind vorbei. Längst nutzen die Bosse soziale Netzwerke wie Facebook, um Botschaften zu verbreiten oder untereinander zu kommunizieren.

Frauen, Waffen und Champagner. Das ist der Dreiklang der Camorra. Zumindest legen das die Bilder im Facebook-Profil dieses Mannes aus der Unterwelt nahe: Nino Manuel Spagnuolo gilt bei Ermittlern als einer der aufsteigenden Mafiabosse in der Provinz Neapel. Er soll eine führende Rolle im berüchtigten Clan D’Alessandro von Castellammare di Stabia eingenommen haben, um den ein Machtkampf tobt und der seine Geschäfte mit Drogen- und Waffenhandel macht.

In der Nacht des 15. August 2012 entkam Spagnuolo am Strand des Badeorts Vico Equense nur knapp einem Attentat. Von einem Schlauchboot aus schossen Killer auf den 35-Jährigen, der mit einem Beinschuss davon kam. Am nächsten Tag beruhigte Spagnuolo seine Angehörigen. "Macht euch keine Sorgen um mich, mir geht es bestens." Die Worte waren auf seinem öffentlichen Facebook-Profil zu lesen. Wenig später ließ Spagnuolo weitere Sätze folgen. "Rache ist ein Gericht, das kalt serviert wird."


Nino Manuel Spagnuolo / aufgenommen in Agrigento 2012


Nino Manuel Spagnuolo gilt bei Ermittlern als einer der aufsteigenden Mafiabosse in der Provinz Neapel. Er soll eine führende Rolle im berüchtigten Clan D’Alessandro von Castellammare di Stabia eingenommen haben, um den ein Machtkampf tobt und der seine Geschäfte mit Drogen- und Waffenhandel macht.

Donnerstag, 22. November 2012

PALERMO  Großrazzia
Großoperation gegen die Mafia in Süditalien: Fast 100 mutmaßliche Mafiosi konnten am Dienstagmorgen von Sondereinheiten der Carabinieri in Palermo und der Provinz festgenommen werden. Der Großeinsatz richtete sich gegen den Versuch des flüchtigen Superbosses Matteo Messina Denaro, die sizilianische Cosa Nostra rund 15 Jahre nach der Verhaftung des Mafia-Chefs Totò Riina wieder aufzubauen.



"Ein wichtiges Ergebnis unserer Ermittlungen ist, dass die Mafia sich treu bleibt", erklärte der zuständige Staatsanwalt von Palermo, Francesco Messineo. "Ihre Strukturen, ihre Methoden, ihre Projekte sind am Ende immer dieselben." Den Festgenommenen wird unter anderem Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Schutzgelderpressung sowie internationaler Waffen- und Drogenhandel zur Last gelegt.    

Die sizilianischen Mafia-Bosse sähen den seit 1993 einsitzenden Riina immer noch als ihren Chef an, und einige von ihnen hätten mit Zustimmung des Inhaftierten dann begonnen, die Kommandozentrale neu aufzubauen, hieß es. Dazu habe der Superboss Denaro zwar beigetragen, er sei dabei trotzdem von anderen Mafia-Chefs daran gehindert worden, seine Hand auf die neue Kommandozentrale der Cosa Nostra zu legen.

Die Ermittlungen hätten über neun Monate gedauert und wären ohne Abhör-Aktionen unmöglich gewesen, hieß es. "Mit der heutigen "Operation Perseo" sind alle wichtigen, neu strukturierten Schaltstellen der Cosa Nostra gekappt worden", erklärte der nationale Chef der Anti-Mafia-Kommission Pietro Grasso. "Wie wir im Juni 2006 die Cosa Nostra in die Knie gezwungen haben, so ist es uns heute gelungen, sie am Wiederaufstehen zu hindern".

Samstag, 17. November 2012

Die Gänge von Platì

Beschaulich liegt der Ort Platì am Fuß des Aspromontegebirges, tief im Süden, an der Spitze des italienischen Stiefels. Oberflächlich betrachtet deutet nichts daraufhin, dass Platì anders ist als die meisten Orte in der Provinz Reggio Calabria. Rund 2.800 Menschen leben im Dorf, in Häusern, denen Reichtum nicht anzusehen ist.


Platì - Geburtsort der 'Ndragheta


Wenige Meter unter den Häusern und schmalen Gassen erstreckt sich jedoch ein zweites Platì: ein Gewirr aus Räumen und Gängen, oft parallel zur Kanalisation, dessen genaue Lage nur Insider kennen. Das verborgene Netz erleichtert rasches Verschwinden, falls die Staatsgewalt zudringlich wird. Platì ist, neben dem nahen San Luca, Geburtsort der kalabrischen Mafia, der 'Ndrangheta. Kein Ort, den man als Tourist bedenkenlos besuchen könnte!

Drogen, Waffen - und Menschen

Platì ist ein realer Ort - und es ist ein Symbol: Denn seit Jahrzehnten durchziehen die unterirdischen Räume und geheimen Gänge der 'Ndrangheta nicht nur das heimische Stückchen kalabrische Erde. Sie queren Europa, haben Endpunkte in Russland und Kanada, reichen bis nach Australien und auf den südamerikanischen Kontinent.

Drogen werden dort gehandelt, Waffen und Menschen; Politiker werden bestochen, Schutzgelder erpresst - und, an der Oberfläche, wird Geld investiert in Unternehmen, teure Immobilien und Restaurants. Die Bosse der 'Ndrangheta sind heute Manager mit besten Kontakten. Laut Schätzungen beträgt der Umsatz der inzwischen mächtigsten Vereinigung des organisierten Verbrechens zwischen 40 und 60 Milliarden Euro pro Jahr.
Der Unerbittliche von Sizilien


In Büchern und Filmen ist die Mafia längst zum Kulturphänomen geworden. Doch wie sieht der alltägliche Kampf gegen die Verbrecher aus? Unterwegs mit dem Chef eines mobilen Einsatzkommandos auf Sizilien.

Giuseppe Linares ist 39 Jahre alt und leitet das mobile Einsatzkommando von Trapani. Er ist einer der erfolgreichsten Polizisten Siziliens. In nur sechs Jahren nahm Linares mehr als 460 Mafiosi fest, darunter bedeutende Bosse wie Vincenzo Virga, einen Stellvertreter des vor zwei Jahren verhafteten Gottvaters Bernardo Provenzano. Linares ist so erfolgreich, dass er rund um die Uhr mit einer Leibwache lebt und auf der Straße nicht mehr gegrüßt wird. Er ist so erfolgreich, dass die Mafia ihm einen mit Scheiße gefüllten Schweinekopf zukommen lässt. Globalisierung hin, weltweite Investitionen her: Wenn es darum geht, Vorherrschaft zu demonstrieren, vertrauen die Mafiosi auf ihre immergleichen archaischen Botschaften.

Matteo Messina Denaro ist ein Boss, wie ihn die Mafia schon lange ersehnte: Endlich einer, der nicht mehr wie noch Provenzano in der Hütte eines Käsebauern hockt und darauf wartet, dass ihm seine Frau sein wöchentliches Wäschepaket zukommen lässt. Sondern einer, der sich in der Welt bewegt, als gehörte sie ihm. Einer, der das enge Moralkorsett der Mafia sprengte und auf der Flucht seinen Ruf als Frauenheld festigte – und das sizilianische Sprichwort Lügen strafte, dass befehlen besser sei als vögeln. Denaro traf sich mit Damen der besten Gesellschaft Trapanis in einem Hotel in Selinunt – und ließ dessen Besitzer kurz darauf ermorden, weil er sich von ihm nicht genügend respektiert fühlte.



»Würden Sie Messina Denaro kennenlernen, er würde Ihnen gefallen«, sagt der Fahnder Linares, »er ist großzügig, kann mühelos Konversation betreiben und die Perlfähigkeit eines Champagners beurteilen.« Wenn Linares von Denaro spricht, dann klingt seine Stimme voller Respekt. Ein Gegner, dem er auf Augenhöhe begegnen kann. Viel von dem, was man über den flüchtigen Boss weiß, ist dem Abhörsaal neben Linares’ Büro zu verdanken. Wanzen, Peilsender und Mikrokameras sind die einzigen Waffen. In Trapani gibt es keinen einzigen abtrünnigen Mafioso mehr, sondern nur noch Ehrenmänner, die ins Gefängnis gehen und ihre Strafe absitzen, ohne irgendetwas zu verraten – anders als in Palermo, wo die Cosa Nostra bereits auf minderwertiges Material zurückgreifen musste, auf Mafiosi, die, kaum verhaftet, für einen Straferlass zu infame wurden, zu Ruchlosen.

Das letzte bekannte Foto vom Boss Messina Denaro ist ein Jugendfoto, auf dem er aussieht als sei er bei einem Empfang beim Staatspräsidenten. Auf der Flucht zeugte der große Capo dei tutte le Capi Denaro eine uneheliche Tochter, die heute zehn Jahre alt ist und in Castelvetrano im Haus ihrer Großmutter lebt – zusammen mit ihrer Mutter, die, solange sie lebt, keinem anderen Mann mehr in die Augen schauen wird. »Eine Talibanin«, sagt Linares. »Eine lebendige Tote.«

Aber selbst einer Ikone wie Metteo Denaro kann die Kontrolle in ihrem Herrschaftsgebiet entgleiten. Denaro lebt vielleicht seit Jahren im Ausland. »Und was ist das Schloss von Dracula ohne Dracula?«, ruft Linares. Ein junger Mafioso muss den Boss einmal gesehen haben, sonst verflüchtigt sich sein Zauber. Einmal den Saum der Madonna küssen.

Die beste Lösung wäre natürlich, wenn sich Denaro stellen würde, sagt Linares. Dann könnte er vermeiden, dass seine Helfershelfer mit ihm verhaftet würden. Denn dieser Tag wird kommen. Bis dahin gehen Linares und seine Männer ihrem Tagesgeschäft nach. Sie nahmen den ehemaligen stellvertretenden sizilianischen Ratspräsidenten und einen linken Bürgermeisterkandidaten wegen Unterstützung der Mafia fest, verhafteten neun Architekten, Unternehmer und Stadträte wegen Mafiazugehörigkeit, Beihilfe, illegalen Waffenbesitzes, sie deckten die Verbindung zwischen Mafia und Freimaurern auf, die bis in den obersten Rechnungshof des italienischen Verwaltungsgerichts reicht. »Das Problem ist nicht Messina Denaro«, sagt Linares, »das Problem sind die Politiker. Ein Mafioso hat einen Ehrenkodex, den haben Politiker nicht.«