Montag, 22. Mai 2017

Cosa Nostra richtet ehemaligen Mafia-Boss hin

Einen Tag vor den Gedenkfeiern anlässlich des 25. Jahrestages der Ermordung des Mafia-Jägers Giovanni Falcone hat die Cosa Nostra auf Sizilien einen prominenten Mafia-Boss getötet. Giuseppe Dainotti wurde am Montag in Palermo von einem Motorrad aus erschossen.




Auf den 67-Jährigen, der mit einem E-Bike unterwegs war, wurden wenige hundert Meter vom Justizpalast entfernt mehrere Pistolenschüsse abgefeuert, berichteten italienische Medien. Die Polizei sprach von einer regelrechten «Hinrichtung». Auf dem Motorrad sollen zwei Männer gesessen sein.


Dainotti war wegen in den 1980er-Jahren verübter Morde zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nachdem er 30 Jahre im Gefängnis verbracht hatte, wurde er vor drei Jahren freigelassen.

Dienstag, 16. Mai 2017

Mafia verdient Millionen bei Flüchtlingen

Die italienische Polizei hat eine Mafia-Bande aufgedeckt, die seit langem insgesamt über 30 Millionen Euro für ein Flüchtlingscamp unterschlagen haben soll. 61 Mafiosi gestern verhaftet. 





Demnach scheinen die Mafiosi in Italien am Flüchtlingszustrom gut mitzuverdienen. Laut der Anti-Mafia-Behörde in der süditalienischen Kalabrien-Hauptstadt Catanzaro sind nun der Mafia-Clan „Arena“ der 'Ndrangheta gesprengt und 68 mutmaßliche Mitgliedern festgenommen worden. Sie sollen aus der Flüchtlingscamp-Verwaltung in der Provinz Crotone Millionen erwirtschaftet und abgezweigt haben.

Die Mafiosi sollen auf illegalem Wege an Service-Aufträge für das Camp gekommen sein – beispielsweise im Bereich der Verpflegung. Letztlich hätten sie so ganze 32 Millionen Euro öffentlicher Gelder abgefasst, darunter auch EU-Mittel. Die Unterkunft in Crotone wird von der katholischen Hilfsorganisation Misericordia betrieben und gilt als eines der größten in Italien.

Neben dem Chef der Organisation La Misericordia di Isola Capo Rizzuto wurde auch der lokale Priester festgenommen, der pro Jahr 150.000 Euro für die "spirituelle Hilfe" für Migranten erhalten haben soll. Das Zentrum „C.A.R.A Sant'Anna" sei schon fast eine „Gelddruckerei für den Mafia-Clan" geworden, sagte die Vorsitzende der Anti-Mafia-Kommission im italienischen Parlament, Rosy Bindi. Der Dachverband der Misericordia hoffe auf schnelle Aufklärung.


Die 'Ndrangheta in Kalibirien gilt als eine der mächtigsten Mafia-Organisationen der Welt. Der Vorwurf, dass sie an der Flüchtlingsunterbringung mitverdient, ist nicht neu. Laut dem Chef der italienischen Antikorruptionsbehörde, Raffaele Cantone, ist der Fall in Crotone wohl nur „die Spitze des Eisbergs".

Samstag, 29. April 2017

28 Jahre Haft für Roms Bosse - Mafia Capitale

Sie müssen sich wegen groß angelegten Verstrickungen zwischen Politik, organisierter Kriminalität und Wirtschaft in der Hauptstadt verantworten.


Der 2014 aufgedeckte Skandal hatte die Stadt Rom zutiefst erschüttert. Für den ehemaligen rechtsextremistischen Terroristen Massimo Carminati, der als Drahtzieher des kriminellen Netzwerkes gilt, forderte die Staatsanwaltschaft 28 Jahre Haft. Für Carminatis „rechte Hand“, den Unternehmer Salvatore Buzzi, verlangte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 26 Jahren und drei Monaten.

Carminati, der bei einer Schießerei ein Auge verloren hat und der „Einäugige“ genannt wird, und Buzzi, der in den 80er-Jahren wegen Mordes verurteilt worden war und nach dem Absitzen seiner Strafe mit Kooperativen für soziale Dienstleistungen zu Reichtum gekommen war, gelten als Gründer eines riesigen kriminellen Rings, der jahrelang die Kassen der römischen Stadtverwaltung geplündert haben soll.


Auch PD soll in Machenschaften verstrickt sein

Mafia und Korruption florierten laut den Ermittlern mit Unterstützung des ehemaligen rechten Bürgermeisters Gianni Alemanno. Er und andere Politiker, darunter auch einige der sozialdemokratischen Partei PD von Premier Matteo Renzi, sollen mit der „Mafia Capitale“ unter einer Decke gesteckt haben, lautet der Vorwurf.

Die Affäre hatte heftige politische Nachbeben und führte indirekt zur Auflösung der Stadtregierung um Roms sozialdemokratischen Bürgermeister Ignazio Marino. Der 2013 als Nachfolger Alemannos gewählte Transplantationschirurg war zwar persönlich nicht von den Ermittlungen betroffen, aber mehrere Mitglieder seiner Stadtregierung. Marinos Stadtregierung war schon seit Monaten unter Druck gestanden, bis er selber in den Sog einer Affäre um private Ausgaben mit einer Kreditkarte der Gemeinde geriet, die ihm zum Verhängnis wurde. Zur Nachfolgerin Marinos wurde im vergangenen Juni die populistische Fünf Sterne-Bürgermeisterin Virginia Raggi gewählt.


Mittwoch, 19. April 2017

Cafebar der Mafia mitten im Justizpalast Turin

Seit Monaten ist das Café am Eingang zum Turiner Landesgericht nach einem Korruptionsverfahren geschlossen. Hier tranken bis vor Kurzem noch Richter, Anwälte, Polizisten und Gerichtsbedienstete ihren Cappuccino. Pikantes Detail: Die Betreiber der Kaffeebar waren Camorra-Mitglieder. Sieben Personen befinden sich mittlerweile wegen Korruption und Mafia-Verwicklungen hinter Gittern. Doch die "Bar del Palagiustizia" in Turin ist nur die Spitze des Eisbergs.



15 Prozent vom Umsatz -

Denn 5000 Restaurants sollen in den Händen der Mafia sein. In Italien gibt es 118.000 Restaurants, Trattorien und Pizzerien. Die Beteiligung des organisierten Verbrechens am Umsatz in der Gastronomie beläuft sich auf circa 15 Prozent. In italienischen Metropolen wie Rom und Mailand sei mindestens jedes fünfte Lokal im Besitz eines Mafia-Bosses, vor allem der kalabrischen ´Ndrangheta. "Das organisierte Verbrechen hat die Wirtschaftskrise ausgenutzt, um die lokale Ökonomie zu unterwandern – und das auf eine sehr große und weitreichende Art und Weise", sagt ein Sprecher des italienischen Landwirtschaftsverbandes Coldiretti.

Vor wenigen Tagen gelang der Polizei ein neuer Schlag gegen die Mafia: Dabei wurden Bankkonten und Besitztümer einer Camorra Familie im Wert von 20 Millionen Euro beschlagnahmt. Darunter befand sich auch das Mailänder Restaurant "Donna Sophia", das seit 1931 am Corso di Porta Ticinese 1 betrieben wurde. "Leckeres Abendessen mit Pizza, Wein und Tiramisu. Freundliche Bedienung und gute Preise. Gern wieder. So kann man den Abend in Mailand ausklingen lassen", lautet einer der letzten Einträge einer Kundin auf der Plattform TripAdvisor. Die Polizei hat die Kontrollen in der Gastronomie intensiviert. 200.000 waren es 2016.

Restaurants und Bars dienen zumeist als Alibi für illegale Geschäfte und Geldwäsche. Dabei geht es der Mafia laut La Repubblica weniger darum "schmutzige Teller, als schmutziges Geld zu waschen". Den meisten Lokalbetreibern ist es daher auch egal, ob das Restaurant gut besucht ist. Zwei bekannte Restaurants in bester Lage in der Nähe des Pantheons im römischen Centro Storico wurden 2015 wegen Mafiaverwicklungen geschlossen. Auch die Beschlagnahmung des "Café de Paris" auf der legendären Via Veneto, ebenfalls in den Händen der ´Ndrangheta, sorgte für Aufregung.

Die sizilianische Cosa Nostra hat besonderes Interesse am Erwerb von landwirtschaftlichen Betrieben, sowie am Lebensmittelhandel, Einkaufszentren und Supermärkten. Die Camorra ist auf Nahrungsmittelindustrie und Gastronomie fokussiert. Die kalabrische ´Ndrangheta wiederum versucht verstärkt Einfluss auf Landwirtschaft sowie öffentliche Verwaltung zu nehmen.
Coldiretti warnt vor dem skrupellosen Vorgehen der Mafia, die bei der Lebensmittelproduktion keine Rücksicht auf Konsumentenschutz nimmt und auch gesundheitsschädigende Mittel einsetzt. Kriminelle Bosse zwingen Bauern zu Preisdumping. Die illegalen Einnahmen aus der Landwirtschaft beliefen sich im Vorjahr auf geschätzte 21 Milliarden Euro. Dies sei um 30 Prozent mehr als in den vergangenen Jahren.


Freitag, 14. April 2017

Flüchtiger Mafia-Boss beim Grillen festgenommen

Die italienische Polizei hat einen seit Monaten flüchtigen Mafia-Boss beim Grillen mit seiner Frau in der Toskana ertappt und festgenommen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, erfolgte der Zugriff am Vortag in der Kleinstadt Massa e Cozzile bei Pistoia, wo sich das Paar gerade auf einem Balkon aufhielt.


Der 56-jährige Sizilianer Concetto Bonaccorsi war im vergangenen Jahr von einem dreitätigen Freigang nicht ins Gefängnis in Neapel zurückgekehrt.

Bonaccorsi verbüßt eine lebenslange Haftstrafe wegen Drogenhandels und Mordes. Er zählt zum sogenannten Stidda-Clan, der mit der traditionellen Cosa Nostra rivalisiert. Zum Strafregister Bonaccorsis zählt der Mord am Boss eines verfeindeten Clans und die Verwicklung in einen Krieg zwischen Mafia-Banden, in dem rund hundert Menschen getötet wurden.

Die erste Verhaftung des Mafia-Bosses erfolgte 1991 unter filmreifen Umständen: Die Polizei umstellte damals die Kirche in Catania, in der Bonaccorsis Trauung anstand. Die Gesetzeshüter willigten ein, Bonaccorsi die Handschellen erst anzulegen, nachdem er das Ja-Wort gegeben hatte.

Donnerstag, 6. April 2017

Mafia ist bis zu Juve vorgedrungen

Die Mafia in Italien macht laut der Präsidentin der parlamentarischen Antimafia-Kommission auch nicht vor Top-Fußballvereinen wie Rekordmeister Juventus Turin Halt. "In Italien ist die Mafia bis zu Juventus durchgedrungen und das ist klar", sagte Rosy Bindi als Vorsitzende des Gremiums am Mittwoch den Nachrichtenagenturen Ansa und ADNkronos zufolge bei einer Anhörung, in der es um mögliche Mafiaverstrickungen bei Juventus Turin ging.




Der Verein steckt tief in einem Skandal, der sogar die Führungsriege erreicht hat. Präsident Andrea Agnelli muss sich mit drei weiteren Clubmanagern vor dem Sportgericht verantworten, wie der italienische Fußballverband kürzlich mitteilte. In dem Fall geht es um mögliche Kontakte zwischen Fangruppen und der kalabrischen Mafia Ndrangheta, die zu den mächtigsten kriminellen Gruppen der Welt gehört.

Mafia kontrolliert 15.000 Lokale in Italien

Bei der "Pasta Connection" geht es dem organisierten Verbrechen in Italien vor allem darum, schmutziges Geld zu waschen.


Rund 5000 Lokale, vor allem Restaurants, Bars und Pizzerien, stehen in Italien unter der kompletten Kontrolle der Mafia. Etwa weitere 15.000 Lokale stehen im Verdacht, von der Mafia kontrolliert zu werden. Bei dieser "Pasta Connection" gehe es dem organisierten Verbrechen vor allem darum, schmutziges Geld zu waschen. Das geht aus einem Bericht des italienischen Landwirtschaftsverbandes Coldiretti hervor, der sich auf Polizeiangaben bezog.

Die Polizei hat die Überprüfungen im Bereich Gastronomie intensiviert. 200.000 Kontrollen wurden 2016 durchgeführt, berichtete die Tageszeitung "La Stampa" am Mittwoch. In Italien gibt es etwa 118.000 Restaurants und Trattorien.

Vor allem die im süditalienischen Kalabrien beheimatete 'Ndrangheta wäscht Geld aus kriminellen Aktivitäten, indem sie Strohmännern Lokale anvertraut. Die Organisation hat längst ihre Aktivitäten auf Rom und auf Norditalien ausgeweitet. Die 'Ndrangheta gilt als Italiens mächtigste Mafiaorganisation. Wegen ihrer führenden Stellung im europäischen Handel mit Kokain hat sie die neapolitanische Camorra und die sizilianische Cosa Nostra überholt.


In Deutschland dagegen vermuten die Carabinieri, dass italienische Restaurants flächendeckend abkassiert und erpresst werden. Das Bundeskrimallamt bestätigt den Verdacht, können aber in der Regel nicht eingreifen aus Mangel an Beweisen. Während in Italien die Antimafia-Polizei keine juristischen Probleme mit dem Abhören von Telefonen und Restaurants hat, sind solche verdeckten Aktionen in Deutschland nicht zulässig. 

Dienstag, 4. April 2017

Mafiaboss Leo Caridi an Italien ausgeliefert

Vier Jahre konnte sich Leo Caridi (55) der italienischen Justiz entziehen. Nun ist damit Schluss. Der verurteilte Mafioso, der im Wallis untergetaucht war, wurde vergangene Woche nach Italien ausgeliefert. Das bestätigt das Bundesamt für Justiz auf Nachfrage.



Am 20. März habe das Bundesgericht die Beschwerde von Caridi als unzulässig abgewiesen, womit der Auslieferungsentscheid rechtskräftig und vollstreckbar geworden sei, sagt Sprecher Folco Galli.

Zu neuneinhalb Jahren Knast verurteilt.
Leo Caridi war Boss des 'Ndrangheta-Clans Borghetto-Caridi-Zindato und 2011 zusammen mit sieben weiteren Beschuldigten verhaftet worden. Drei Jahre später verurteilte ihn das Strafgericht in Reggio Calabria zu einer Gefängnisstrafe von neuneinhalb Jahren.

Doch Caridi hatte das Land zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen und war in der Schweiz untergetaucht. Erst im vergangenen Jahr konnten Ermittler den Italiener in Visp aufspüren und verhaften. Seither saß er in Sitten in Auslieferungshaft und wehrte sich mit allen juristischen Mitteln gegen die Ausweisung nach Italien. 

Zwei weitere Mafiosi, die im Wallis untergetaucht waren, waren bereits im vergangenen Jahr nach Italien ausgeliefert worden.

Montag, 3. April 2017

Terroristen wollten Rialto-Brücke in Venedig sprengen

In der Nacht zum Donnerstag hat die italienische Polizei eine Terrorzelle in Venedig ausgehoben. Die Beamten nahmen dabei die mutmaßlichen Terroristen, die mit offizieller Aufenthaltsgenehmigung als Kellner in Venedig arbeiteten, fest.



Bei den vier Kosovaren handelte es sich um sogenannte Gefährder. Sie sollen sich konkreten Hinweisen zufolge auf ein Attentat an der Rialto-Brücke vorbereitet haben. 
Die Ermittler wurden auf die mutmaßlichen Terroristen über ein präventiv mitgeschnittenes Telefongespräch aufmerksam – ein altbewährtes Mittel, auf das Italien seit Jahrzehnten im Kampf gegen den Terrorismus setzt.

Mittel wurde im Kampf gegen die Mafia legalisiert. Der römische Senator Felice Casson erklärte, dass das vorsorgliche Mitschneiden von Gesprächen ein „extrem wichtiges und effizientes Mittel“ sei. Gesetzlich möglich wurde es infolge der Ermittlungen gegen die italienische Mafia in den 1970er- und 80er-Jahren.

Laut dem Bericht sind den italienischen Ermittlern mithilfe der Mitschnitte zahlreiche Verhaftungen von islamistischen Extremisten in Italien gelungen. Mehrere Dutzend Imame seien seit 2015 ausgewiesen worden, weil man ihnen durch die Mitschnitte eine Radikalisierung nachweisen konnte.

Deshalb fordert Casson, dass die Europäer endlich nachziehen. Es sei an der Zeit, dass „Italien hier als Vorbild anzuerkennen und an eine ähnliche, gesamteuropäische Institution zu denken".


Mittwoch, 22. März 2017

Mafiaboss in Bunkerversteck gefasst

Die Polizei hat einen verdächtigen Mittäter der Mafiamorde von Duisburg in einem Bunkerversteck entdeckt und verhaftet. Der Mafiaboss war nach den Morden vor fast zehn Jahren geflüchtet.



Santo Vottari, der Boss des Mafia-Clans 'Ndrangheta, wurde in seinem Versteck in Kalabrien gefasst, teilte die Polizei im süditalienischen Reggio Calabria mit. Der 44-Jährige gehört zu den meistgesuchten Verbrechern in Europa. Er war laut Europol zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Nach dem Mord an sechs Menschen im August in Duisburg war er untergetaucht.


Die in der Region Kalabrien beheimatete 'Ndrangheta gilt als die mächtigste der italienischen Mafia-Organisationen, die mittlerweile auch in Deutschland und im Rest der Welt aktiv ist. Italiens Verteidigungsministerin Roberta Pinotti gratulierte den Einsatzkräften für die "brillante Operation".

Freitag, 17. März 2017

Dutzende Mafia-Politiker in Italien festgenommen

Den Verdächtigen wird Korruption und Betrug bei öffentlichen Ausschreibungen zugunsten des Camorra-Clans der Casalesi vorgeworfen. Betroffen sind zehn Stadt- und Gemeindeverwaltungen zwischen Neapel und dem nahegelegenen Caserta.
Bei einem groß angelegten Schlag gegen die Mafia hat die italienische Polizei am Mittwoch dutzende Politiker und Geschäftsleute festgenommen.




 Insgesamt wurden im Zuge der Aktion „La Regina“ Haftbefehle gegen 69 Verdächtige erlassen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Bauunternehmer Guglielmo La Regina, der mittels Bestechung zahlreiche öffentliche Aufträge an Land gezogen haben soll.

Den Verdächtigen wird Korruption und Betrug bei öffentlichen Ausschreibungen zugunsten des Camorra-Clans der Casalesi vorgeworfen. Betroffen sind zehn Stadt- und Gemeindeverwaltungen zwischen Neapel und dem nahegelegenen Caserta.

Zu den untersuchten Aufträgen gehören unter anderem der Bau des neuen Veranstaltungszentrums Mostra d’Oltremare in Neapel, der Bau einer zweiten Universität in der Stadt sowie der Bau eines neuen archäologischen Museums am römischen Amphitheater von Alife.

Dienstag, 14. März 2017

Superboss der Camorra gefasst

In Italien ist einer der berüchtigtsten Bosse der neapolitanischen Camorra gefasst worden. Francesco Zagaria, der seit Jahren als Nummer eins des sogenannten Casalesi-Clans angesehen wird, wurde am Montag von den Carabinieri verhaftet.



Der Casalesi-Clan gilt als eine der mächtigsten und gefährlichsten Familien der Camorra. Er soll für zahlreiche Morde, Erpressungen und weitere illegale Aktionen verantwortlich sein. In den vergangenen Jahren hat der Clan ein Wirtschaftsimperium aufgebaut und Unternehmen, Geschäfte und Lokale gekauft.

Die Camorra ist in den süditalienischen Provinzen Neapel und Caserta beheimatet. Bekannt wurden die Machenschaften der längst weltweit agierenden kriminellen Organisation durch das Buch «Gomorrha» des neapolitanischen Journalisten Roberto Saviano. Seit der Veröffentlichung 2006 erhält Saviano Todesdrohungen und lebt heute unter Polizeischutz.



Italiens organisierte Kriminalität ist weltweit unter dem Begriff Mafia bekannt. Zu den drei wichtigsten Gruppen gehören neben der Camorra die sizilianische Cosa Nostra und die kalabresische 'Ndrangheta. Anders als bei den Letzteren sind die Clans und Familien der Camorra autonom, es gibt keine Hierarchie.

Mittwoch, 8. März 2017

5,8 Kilo reinstes Kokain am Brenner beschlagnahmt

Der Finanzpolizei von Brixen ist am Brenner ein Schlag gegen den Drogenschmuggel geglückt. Insgesamt wurden 5,8 Kilogramm reinstes Kokain beschlagnahmt.



In den vergangenen Tagen haben die Beamten einen Golf mit italienischem Kennzeichen aufgehalten, an dessen Steuer der 35-jährige Marokkaner T. K. saß. Der Mann legte gleich von Anfang an ein nervöses Verhalten an den Tag. Als ihn die Ordnungshüter fragten, warum er nach Italien einreise, verstrickte er sich in Widersprüche und suchte nach Ausflüchten.

Die Finanzpolizisten ließen den Wagen abschleppen und durchsuchten ihn. In einem Hohlraum in der Karosserie zwischen Auspuff und Keilrahmen entdeckten sie schließlich fünf Packungen, die jeweils über einen Kilo Kokain enthielten.


Der 35-jährige wurde festgenommen. Die Drogen und das Fahrzeug wurden beschlagnahmt. Es wird vermutet, dass der Marokkaner im Auftrag eines neapolitanischen Camorra-Clans die heiße Ware transportiert wird. Die Ermittlungen laufen,

Mittwoch, 1. März 2017

Mafia - 52 Jahre Haft für Online Poker-Familie

Nach drei Jahren vor Gericht wurden die Urteile gesprochen. Nicola Femia und seine beiden Kinder müssen hinter Gittern. Die Familie, die Verbindungen zur kalabrischen Mafia hat, betrieb illegale Websites mit Online Poker und Casinospielen.



Bereits 2013 klickten die Handschellen. Den Stein ins Rollen brachte Giovanni Tizian, der als Journalist für die Gazzetta di Modena ermittelte. Tizian vermutete, dass Nicola Femia der Chef eines Glücksspielrings ist. Nachdem sich die Vermutungen bestätigten, wurden mehr als 30 Personen verhaftet. Femia und seine Familie betrieben mehrere Websites, darunter 888Suite.com, Vivacasinoelite.com, Vanillascasino.com sowie Davidcasino.com.

Die Online Casinos waren im Vereinigten Königreich und in Rumänien lizenziert. Dazu betrieb die Familie mehr als 50 Shops mit rund 1.500 Glücksspielautomaten. Insgesamt soll das Unternehmen einen Wert von über €60 Millionen gehabt haben. Bereits 2013 klickten die Handschellen. Den Stein ins Rollen brachte Giovanni Tizian, der als Journalist für die Gazzetta di Modena ermittelte. Tizian vermutete, dass Nicola Femia der Chef eines Glücksspielrings ist.

Nachdem sich die Vermutungen bestätigten, wurden mehr als 30 Personen verhaftet. Femia und seine Familie betrieben mehrere Websites, darunter 888Suite.com, Vivacasinoelite.com, Vanillascasino.com sowie Davidcasino.com. Die Online Casinos waren im Vereinigten Königreich und in Rumänien lizenziert. Dazu betrieb die Familie mehr als 50 Shops mit rund 1.500 Glücksspielautomaten. Insgesamt soll das Unternehmen einen Wert von über €60 Millionen gehabt haben.

Sonntag, 19. Februar 2017

Kampf gegen Geldwäsche der Mafia im Vatikan

Kampf gegen Geldwäsche im Kirchenstaat: Vergangenes Jahr hatte die Vatikanische Finanzinformationsbehörde die Schließung von fast 5000 verdächtigen Konten angekündigt. Die Maßnahme war Teil einer Umstrukturierung des Instituts für religiöse Werke (IOR), auch bekannt als Vatikanbank.




Im Kampf gegen Geldwäsche hat der Vatikan nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr zwei Millionen Euro aus zweifelhaften Quellen eingefroren. Seit 2013 seien damit bereits 13 Millionen Euro eingefroren wurde, erklärte der Vatikan-Staatsanwalt Gian Pietro Milano am Samstag.

Vergangenes Jahr hatte die Vatikanische Finanzinformationsbehörde die Schließung von fast 5000 verdächtigen Konten angekündigt. Die Maßnahme war Teil einer Umstrukturierung des Instituts für religiöse Werke (IOR), auch bekannt als Vatikanbank.

Die interne Untersuchung der Vatikanbank war 2010 vom damaligen Papst Benedikt XVI. eingeleitet worden, Papst Franziskus trieb die Untersuchung seit Beginn seines Pontifikats 2013 mit Nachdruck voran. Gerüchte über Geldwäsche, dubiose Finanztransaktionen und verdächtige Kunden hatten den Ruf der Vatikanbank belastet.

Im Zuge der Untersuchung kam heraus, dass etliche Kunden keinerlei Verbindungen zur Kirche oder ihren wohltätigen Einrichtungen hatten. Nach Meinung vieler Experten wurde die Vatikanbank über Jahre von der italienischen Mafia genutzt, um Gelder aus illegalen Geschäften zu waschen.


Freitag, 17. Februar 2017

Italienische Polizei zerschlägt internationalen Drogenring

Die italienische Polizei hat einen internationalen Drogenring gesprengt und 68 Verdächtige festgenommen. Die mutmaßlichen Schmuggler hätten insgesamt acht Tonnen Kokain mit einem Schwarzmarktwert von 1,6 Milliarden Euro illegal von Kolumbien nach Italien bringen wollen, teilte die Behörde mit. Das Rauschgift sei auf einer Bananen-Plantage in der Nähe der kolumbianischen Hafenstadt Turbo versteckt gewesen.





Als Teil der Operation "Stammer" hatte die Polizei in der toskanischen Hafenstadt Livorno zunächst 63 Kilo in Bananenkisten verstecktes pures Kokain beschlagnahmt. Der Drogenring habe demnach aus Mitgliedern der kalabrischen 'Ndrangheta-Mafia sowie einer Reihe von Investoren bestanden, darunter Einzelpersonen und Unternehmen wie Restaurants, Hotels und Autohändler.

Die Bosse...


Bei der Operation in Zusammenarbeit mit Beamten aus Großbritannien und Kolumbien habe die Polizei auch Gegenstände im Wert von rund 8 Millionen Euro beschlagnahmt.

Neuester Bericht (2016) - Mafia in Deutschland

Die DIA (Direzione Investigativa Antimafia) hat dem Parlament am 3. Januar 2017 ihren Rechenschaftsbericht für das erste Halbjahr 2016 vorgelegt. Der Bericht von über 300 Seiten umfasst die wesentlichen Informationen über die Mafien in Italien und die neuesten Entwicklungen. Ich habe die Entwicklung der italienischen Mafien in Deutschland wie folgt zusammengefasst,.

Cosa Nostra
Die Präsenz der sizilianischen Mafia auf deutschem Boden lässt keine Veränderungen erkennen, denn nach wie vor bieten die Politik und die deutsche Wirtschaft günstige und vor allem interessante Möglichkeiten für die kriminellen Vereinigungen. Die Bundesländer, in denen sich die Mafien am stärksten im System verankert haben, befinden sich im Süden und Westen Deutschlands, vor allem in Nordrhein-Westfalen, in Bayern und in Baden-Württemberg.




Dort sind vor allem Gruppen aus Agrigento und Caltanissetta tätig, und außerdem gewähren sie untergetauchten Mafiosi Unterstützung. Laut DIA-Bericht arbeiten die Gruppen der Cosa Nostra in Deutschland wie auch in anderen Gebieten mit anderen italienischen kriminellen Vereinigungen beim Drogenhandel zusammen. Hinzuweisen ist hier auf die Operation „Samarcanda“, die ein Drogengeschäft gestoppt hat, das den Nachschub für Platì (Provinz Reggio Calabria) und Deutschland und den Vertrieb zwischen Gela und Niscemi (Provinz Caltanissetta) garantieren sollte.



`Ndrangheta
 Wie schon mehrfach berichtet, gelingt es unter den italienischen Mafien vor allem der `Ndrangheta, sich im Ausland auszudehnen, weil sie am besten die Gelegenheiten zu nutzen versteht, die die Globalisierung der Märkte und des Finanzsystems, die Öffnung der Grenzen und der technologische Fortschritt bieten. Neu aufgebaute Strukturen der `Ndrangheta gibt es in Deutschland (Singen, Frankfurt, Radolfzell, Rielasingen, Ravensburg, Engen, Duisburg), in der Schweiz (Frauenfeld und Zürich), Spanien, Frankreich, Holland und in Australien und Amerika.

Österreich: 
ist der neuralgische Punkt der Balkan-Drogen-Route. Außerdem betreiben sie in Niederösterreich Geldwäsche, wie die Operation „Total Reset“ im Jahre 2015 gezeigt hat, in deren Verlauf eine Villa in Baden bei Wien beschlagnahmt wurde, und die gezeigt hat, wie die `ndrine (`Ndrangheta-Clans) in Österreich von zahlreichen `Ndrangheta-Mitgliedern und Strohmännern unterstützt werden.

Deutschland: 
Die Ermittlungen der letzten Jahre bestätigen, dass die `Ndrangheta in Deutschland Strukturen aufgebaut hat, die denen in ihren Herkunftsorten gleichen, weshalb zum Drogenhandel auch die Versuche kommen, das Kapital dort zu reinvestieren.

Dies gilt vor allem für Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen, wo es Leute gibt, die enge Verbindungen zu den Clans Romeo-Pelle-Vottari und Nirta-Strangio aus San Luca (Reggio Calabria) und zu den Clans Pesce-Bellocco aus Rosarno und Farao-Marincola aus Cirò (Provinz di Crotone) haben.

Schweiz: 
Hauptaktivitäten sind die Geldwäsche. Die Operation „Helvetia“ hat gezeigt, dass es dort eine `Ndrangheta-Zelle gibt, die seit mindestens 40 Jahren besteht. Die Ermittlungen haben sich vor allem auf die Zelle von Frauenfeld konzentriert, die von Mitgliedern der Familie Nesci geführt wird. Außerdem wurden in der Schweiz zwei untergetauchte Mitglieder des Clans Nucera festgenommen, die Teil eines Netzwerks sind, das sich darum kümmert, dort die Einkünfte aus den kriminellen Geschäften zu waschen.


Camorra
Wie aus dem DIA-Bericht hervorgeht, bestehen die Hauptaktivitäten der Camorra in Deutschland darin, illegal gemachte Gewinne zu reinvestieren, gefälschte Kleidungsstücke zu vertreiben, Falschgeld in Umlauf zu bringen, dazu kommt der Handel mit gestohlenen Fahrzeugen. Diese Aktivitäten beobachtet man vor allem in Berlin, Hamburg, Dortmund und Frankfurt, wo es Leute in enger Verbindung zur Camorra gibt, die vor allem Geldwäsche in Restaurantbetrieben, im Unternehmensbereich und im Immobiliengeschäft betreiben. Vor allem die folgenden Gruppen werden genannt: Die „Allianz von Secondigliano“ (die Clans Licciardi, Contini und Mallardo), der Clan D’Alessandro aus Castellamare di Stabia, die Clans Rinaldi, Ascione, Cava, Moccia, Fabbrocino, Casalesi, Sarno, Giorna und Di Lauro.


Mafien aus Apulien und der Basilikata

 Diese Mafien sind in Deutschland nicht stark verwurzelt, aber man beobachtet einige kriminelle Gruppen, die Drogen- und Waffenhandel betreiben und die auch untergetauchten Mafiosi Deckung geben. In Mecklenburg-Vorpommern, so der Bericht, gibt es den Clan Roccoli-Buccarelli-Donatiello aus Brindisi, während in Baden-Württemberg die Mesagnesi aktiv seien.

Donnerstag, 16. Februar 2017

Mafia-Clans schleusen Afrikaner massenhaft nach Europa

Die Menschenhändler vom Mittelmeer
Von  Ralph Schulze, 16. Februar 2017, 02:00 Uhr

Ausbeutung, Missbrauch, Erpressung: Die Polizei hat einen Mafia-Clan zerschlagen, die tausende afrikanische Bootsflüchtlinge schmuggelte und wie Sklaven behandelte. Die Gruppe ist eine von vielen.



(SZ, dpa) Sie schmuggelten in den letzten zehn Jahren tausende von Flüchtlingen übers Mittelmeer. Die Mafiabosse nutzen die Notlage der Migranten, um sie wirtschaftlich auszubeuten, zu erpressen, um vor allem Frauen sexuell zu missbrauchen und zur Prostitution zu zwingen; Kinder mussten betteln gehen. Die hilflosen Menschen wurden von den Schleppern wie Sklaven behandelt. Nun gelang es der spanischen Polizei, zusammen mit marokkanischen Fahndern und Interpol, eine der wichtigsten Schlepperbanden in Marokko zu zerschlagen.

Die Mafia organisierte vor allem den Menschenschmuggel aus Westafrika nach Marokko und dann nach Spanien, von wo aus die Reise dann oft in andere EU-Länder weiterging. Zunehmend wurde aber auch Libyen als Ausgangspunkt für die Überfahrt genutzt. Im Bürgerkriegsstaat Libyen gibt es derzeit keinen funktionierenden Grenzschutz, der in der Lage wäre, Migrantenboote an der Abfahrt zu hindern. In Marokko haben es die Schlepperbanden hingegen mittlerweile schwerer, weil das Land im Kampf gegen die illegale Einwanderung immer enger mit Spanien und der EU zusammenarbeitet.

Seit 2015 war Spaniens Polizei dieser Menschenmafia auf der Spur. Die Fahnder verfolgten ihre Schmuggelrouten durch Westafrika, Nordafrika und dann übers Mittelmeer nach Südeuropa. Nun schlugen die Beamten zu: In Marokko wurden die drei Köpfe der Bande festgenommen. In Spanien kamen sieben weitere Verdächtige in Haft, die sich vor allem der Ausbeutung der Migranten nach der Ankunft in Europa widmeten. Die Mitglieder der Bande stammten offenbar durchweg aus dem westafrikanischen Staat Nigeria. Ihre Opfer waren vorzugsweise Landsleute aus Nigeria und anderen schwarzafrikanischen Ländern.




Einer der Strippenzieher, der von den marokkanischen Städten Rabat und Tanger aus operierte, war nach Angaben der spanischen Ermittler „eine der einflussreichsten Personen in der nigerianischen Bevölkerung in Marokko“. Er zelebrierte seine öffentlichen Auftritte wie ein kleiner König: Der Mann habe sich in der Öffentlichkeit mit Leibwächtern bewegt. Und er war so bekannt, „dass die Menschen aufstanden, wenn er Kirchen oder Restaurants betrat“, berichtete Spaniens Kripo weiter. Dieser Mafiachef habe „wenigstens seit 2008 praktisch alle Flüchtlingsboote kontrolliert, welche über die Meerenge von Gibraltar kamen“. In dieser Meerenge, die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet, liegen die marokkanische und die spanische Küste nur 14 Kilometer auseinander. Spanien hat diese Straße von Gibraltar mittlerweile durch eine elektronische Radarmauer abgesichert, doch trotzdem kommen immer noch jedes Jahr tausende Bootsflüchtlinge über diese Route – in den Booten der Schlepper.

Im vergangenen Jahr fischten spanische Grenzkontrolleure etwa 6100 Bootsflüchtlinge an ihren südlichen Festlandküsten auf. Eine vergleichsweise geringe Zahl, gemessen an den mehr als 180 000 Bootsmigranten, die im gleichen Zeitraum in Italien ankamen.

Die meisten Migranten erreichen Europa inzwischen über die zentrale Mittelmeer-Route. Von den 180 000 Menschen machten sich 2016 die meisten aus Libyen auf den Weg nach Italien, berichtete die EU-Grenzschutzagentur Frontex gestern in Brüssel. „Wir müssen uns auf die gleiche Zahl einstellen“, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri mit Blick auf 2017.

In Libyen setzten kriminelle Schleuserbanden darauf, dass Migranten in internationalen Gewässern eingesammelt und dann nach Europa gebracht werden, sagte Leggeri. Die kleinen Boote würden immer stärker überfüllt. Insgesamt kamen 2016 laut Frontex rund 364 000 Flüchtlinge über das Meer – auch über Griechenland oder eben Spanien.

Spaniens konservative Regierung sieht sich durch die Zahlen in ihrer restriktiven Flüchtlingspolitik bestätigt. Ministerpräsident Mariano Rajoy pflegt seinen Abschreckungskurs den europäischen Kollegen als „spanisches Modell“ zu empfehlen. Wegen geringer sozialer Hilfen, schneller Abschiebung und einer engmaschigen Abschottung gilt Spanien als nicht besonders attraktiv für Migranten. Die meisten betrachten Spanien daher nur als Durchgangsland auf dem Weg nach Frankreich oder Deutschland.


Montag, 13. Februar 2017

45 Mafiosi verhaftet

Bei Razzien in Kampanien wurden 45 mutmaßliche Mafia-Mitglieder festgenommen. Einer von ihnen ist der Sohn von «Sandokan», dem Begründer des Casalesi-Clans.



Italiens Polizei ist ein Schlag gegen einen mächtigen Mafia-Clan gelungen. 45 mutmaßliche Mitglieder des berüchtigten Casalesi-Clans wurden am Dienstag bei Razzien in der süditalienischen Region Kampanien festgenommen – darunter ein Sohn des Begründers und Bosses, Francesco Schiavone, alias «Sandokan».

Gegen die Männer und Frauen ermittelt die Polizei wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Drogenhandels und Erpressung. Den Ermittlern zufolge lagen zudem Beweise für falsche Geschäfte mit Online-Glücksspiel vor.



Der Casalesi-Clan ist Teil der Camorra. Erst vor wenigen Tagen hatte die Polizei Dutzende von Verdächtigen festgenommen, die für die Camorra in Neapel und Umgebung arbeiten sollen, darunter zwei Töchter und eine Schwiegertochter Sandokans. Der Casalesi-Pate selbst sitzt bereits nach einer Verurteilung zu lebenslanger Haft im Gefängnis.